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Anleitung zur Fleischbeschau : nach den Erfahrungen des Distrikts-Thierarztes Anton Obermayer in Kaiserslautern, für Physiker, Polizeibeamte, Thierärzte und Fleischbeschauer / bearbeitet von Dr. C. Meuth, königl. Bayer. Kantonsphysicus in Zweibrücken
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§. 82. Der Rothlauf der Schaafe hat einige Aehn⸗ Rothlauf der

lichkeit mit dem Milzbrand, und iſt eben ſo ge⸗ fährlich. Die davon befallenen Thiere ſind anfangs

traurig, haben Froſt und Hitze und ſtarkes Fieber;

ſie freſſen wenig oder nichts, widerkauen nicht, und der Miſt iſt ſehr trocken. Am Kopf, Hals

und Rücken erſcheint ein rother, zuweilen blaſiger

Ausſchlag. Iſt die Krankheit bösartig, ſo entfärbt ſich der Ausſchlag und es treten Zuckungen ein.

Bei der Eröffnung findet man die Haut an den Stellen, wo der Ausſchlag ſich befand, welk; die Leber brandig, die Milz mürbe, die Augenhäute geſchwürig, die Lungen enzündet, mit Brandflecken beſetzt, die Hirnadern ſtrotzend von Blut.

Das Fleiſch von ſolchen Thieren darf weder von Menſchen noch von Thieren genoſſen, ſondern dieſelben müſſen alsbald unter polizeilicher Auf⸗ ſicht verſcharrt werden.

§. 83.

Schaafe.

Die Harnruhr der Schaafe beſteht i in einer Harnruhr krankhaften Abſonderung des Urins, theils ſeiner der Schaafe

Menge, theils ſeiner Beſchaffenheit nach, wobei die Thiere einen kaum zu löſchenden Durſt haben, das Maul und die Haut zetändis Locen, und die Nierengegend gegen Druck empfindlich iſt. Im Verhältniß zum Getränk wird zu viel, oft eine