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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
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Nacht der im Stalle ſich befindende Schweizer einen heftigen Schrei von demſelben Ochs, und als er zu ihm eilte, fand er das Thier todt. Beſonders bemerke ich noch, daß die furchtbare Krankheit in meiner Schafheerde ausgebrochen war, und ich verlor bisweilen in einer Woche 18 Stuͤck. Ich gab auch jedem einzelnen Schafe von dem empfohlnen Heilmittel ein zur Vorbauung, wie ich es von Ihnen hoͤrte, und ſeit der Zeit habe ich unter den Schafen bis jetzt keine Spur dieſer boͤsartigen Krankheit gemerkt*). Aun

Der Buͤrgermeiſter Ringshauſen zu Nidda theilte folgen⸗ des Schreiben uͤber den Erfolg des beim Milzbrand angewen⸗ deten Heilmittels, welches derſelbe durch mich erhielt, mit, aus welchem ich nur das Weſentliche hier mittheilen will.

95) Der Wittwe Chriſtoph Wilhelm Orths erkrankte eine Kuh am Milzbrande; dieſelbe ſtand da mit geſtraͤubtem Haar, den Kopf bis zur Erde haͤngend, hatte truͤbe, ſehr geroͤthete Au⸗ gen, kalte Ohren und Hoͤrner, eiskalte, aber mit dickem Schleim uͤberzogene Naſe, und gab, als ſie gemolken werden ſollte, keine Milch; genug die Kuh verrieth alle Kennzeichen des Milz⸗ brandes. Sie erhielt alle Viertelſtunden eine Gabe des Heil⸗ mittels, jedoch dauerte es 2 Stunden, ehe ſie ſich wieder munter umſah und beſſerte, ſo daß 8 Gaben noͤthig wurden, waͤhrend welcher Zeit ich mich nicht von ihr entfernte, um genau beob⸗ achten zu koͤnnen, wie ihr das Heilmittel bekaͤme. Nach Ver⸗ lauf von 2 Stunden ſah ſich das Thier auch nach dem Kalbe um und zeigte auch wieder Freßluſt. Da aber die Freßluſt nicht ſo wiederkehren wollte, wie fruͤher, ſo befahl ich, dem Thiere geſtoßenen Schwefel zu geben, worauf die Kuh bis zum andern Tage hergeſtellt war).

96) Den 22. Mai kam Wilhelm Doͤpfer zu mir mit der Anzeige, er habe eine kranke Kuh. Ich begab mich ſo⸗ gleich zu ihm und fand die Kuh ausgeſtreckt im Stalle lie⸗ gen mit allen Kennzeichen des Milzbrandes, welche Krankheit mir recht wohl bekannt iſt, da ich ſie leider oft in meinem

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*) Dies wuͤrde ebenfalls ein Beweis ſein fuͤr meine Behauptung, daf bei einem ſorgfaͤltigen Gebrauch des Anthracin's der Milzbrand zu verhuͤten iſt. chSo ſ

*) Dieſes Beiſpiel beweiſt, wie wenig man ſich auch ſelbſt auf die Verſtändigern unter den Menſchen verlaſſen kann. Warum wurde nicht Anthrax fortgegeben, alle 2 4 Stunden eine Gabe? Auf ſolche eigenmaͤchtige Eingriffe in meine angegebene Behandlungsart mag manch⸗

mal noch der Tod da erfolgen, wo bereits Rettung eingetreten war;

oder es erfolgt gar keine Wirkung des Mittels!