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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
Entstehung
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in der Naſe findet man meiſt einen roͤthlich gefaͤrbten, ſchau⸗ migen Schleim, und auf der Schleimhaut der Luftroͤhre haͤufig hoͤher geroͤthete Stellen und kleine ſchwarze Blutertravaſate. Das Gehirn zeigt keine weſentlichen Veraͤnderungen; bald iſt es etwas weicher, als gewoͤhnlich und in ſeinen Kammern fin⸗ det man zuweilen gelblich gefaͤrbtes Serum. Die Blutleiter des Gehirns enthalten viel Blut.hrdis

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Von den Urſachen oder von der Entſtehungsart des NMNiilzbrandes.*

Bis jetzt gelang es noch Niemandem, die eigentliche ver⸗ anlaſſende Urſache, die causa remota, wodurch dieſe hoͤchſt ver⸗ derbliche Krankheit entſteht, aufzuſinden. Ich lebe der überzeu⸗ gung, daß auch in Zukunft ſolches uns verborgen bleiben wird. Nach vielen Forſchungen und Verſuchen, die ich anſtellte, muß ich aufrichtig geſtehen, daß ich wohl die Bedingun⸗ gen, unter denen der Milzbrand entſtehen und ſich fortpflan⸗ zen kann, anzufuͤhren im Stande bin, aber nicht die wahren Ürſachen. Dasjenige, welches von den Schriftſtellern uͤber die Entſtehungsart angegeben iſt, kann ich durch eigene Erfahrun⸗ gen widerlegen. ÜUnter den veranlaſſenden Urſachen des Milz⸗ brandes werden vorzuͤglich folgende angegeben.

1) Anhaltende heiße und ſeuchte Witterung; ſchneller Wech⸗ ſel von Hitze und kuͤhler Witterung. So viel beweiſen alle Erfahrungen, und an dieſe koͤnnen wir uns nur allein halten, wo unſer menſchlicher Geiſt das uns Unerklaͤrliche nicht durch⸗ ſchauen kann, daß der Milzbrand beſonders haͤufig vorkommt bei duͤrrer, heißer Witterung. Dieſes zeigen die aͤlteſten Er⸗ fahrungen, wie ich zu Anfange dieſer Schrift zeigte; denn faſt keine Milzbrandſeuche wurde von Schriftſtellern erwaͤhnt ohne die Bemerkung, daß die Krankheit in Folge zu duͤrrer und zu heißer Witterung entſtanden ſei. Feuchte Witterung aber be⸗ dingt die Krantheit vicht meinen Erfahrungen nach, im Ge⸗ gentheil erkrankten bei eintretender feuchter Witterung weniger. Aber mir ſchien die Krankheit ganz beſonders ſtark zu herr⸗ ſchen, wenn lang anhaltender Regen einem ſehr heißen Wet⸗