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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
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bleiben und unvergaͤnglich beſtehen wird. Dagegen giebt die Alloͤopathie keine ſichere Baſis, weßhalb die auf Verbeſſe⸗ rung ihrer Wiſſenſchaft denkenden Ärzte ſeit Jahrhunderten ſtets ſich anſtrengten, neue Theorien und Syſteme zu ſchaffen, ohne deßhalb mehr Sicherheit in ihrem aͤrztlichen Handeln zu gewinnen. Ein Syſtem verdraͤngte auf dieſe Weiſe das an⸗ dere, da ſie ſaͤmmtlich nicht auf Erfahrung, die einzig ſichere Baſis in der mediciniſchen Wiſſenſchaft, gegruͤndet waren. Die Stimme einer auf zahlreiche Facta vorſichtig gegruͤndeten Erfahrung verdient unendlich mehr Gehoͤr, als die Stimme des gelehrteſten theoreti⸗ ſchen Raiſonnementsl!

2) unter alloͤopathiſcher Behandlung ſterben durchgaͤngig von hundert am Milzbrande erkrankten Stuͤcken hier in der Wetterau 95, und in andern Gegenden, in denen der Milz⸗ brand nicht ſo gefaͤhrlich auftritt, nach Koͤrber, der uns die neueſten Erfahrungen in dieſem Jahre mittheilte, wenigſtens 80. Es mag ſein, daß in andern Laͤndern das Reſultat der alloͤppathiſchen Behandlung guͤnſtiger ausfaͤllt; allein nach den Prognoſen, welche die Schriftſteller ſaͤmmtlich bei dem Milz⸗ brande ſtellen, und danach zu urtheilen, daß man den Milz⸗ brand uͤberall bis jetzt noch als eine Geißel anſieht, wodurch eine außerordentliche Menge Vieh hinweggerafft wird, und daß die Staatsregierungen noch fortwaͤhrend bemuͤht ſind, dieſer Krankheit große Aufmerkſamkeit zu widmen, muͤſſen wir anneh⸗ men, daß hoͤchſtens 20 von 100 gerettet werden. Unter homoͤopathiſcher Behandlung werden jetzt ſchon nach einer nicht zu widerlegenden Erfahrung ſicher wenigſtens 80 von 100 geheilt und es ſteht zu erwarten, daß fortgeſetzte Bemuͤhun⸗ gen von Seiten der homoͤopathiſchen AÄrzte kuͤnftig ein noch viel guͤnſtigeres Reſultat liefern werden, beſonders dann, wenn jeder Viehbeſitzer, ohne zu andern Mitteln ſeine Zuflucht zu nehmen, nach homoͤopathiſchen Grundſaͤtzen ſein Vieh be⸗ handelt. l ghen n

3) Die alloͤopathiſche Behandlung iſt ſehr koſtſpielig, da den Thieren große Maſſen der Arzneimittel eingegeben werden, und fuͤr den aͤrmern Landmann deßhalb gar nicht zu benutzen, auch wenn dieſe Behandlung die gluͤcklichſten Reſultate lie⸗ ferte. Die homͤopathiſche Behandlung wird von einem homoͤopathiſchen Arzte ohne Gewinn geleitet und verurſacht keine Unkoſten, vorausgeſetzt, daß derſelbe ſeine Heil⸗ mittel unangefochten ausgeben darf. Denn im ent⸗ gegengeſetzten Falle wird die homoͤopathiſche Behandlung we⸗ gen der unzaͤhligen Gaben des Heilmittels, die ohne Geldwerth