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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
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innern edleren Organen abzuhalten, indem ſie alle Kraͤfte aufbietet, dem Gift auf den aͤußern, minder wichtigen Theilen Ablagerungsſtellen anzuweiſen. Gelingt ihr dies Beſtreben nicht, ſo iſt ein baldiger Tod die Folge, wie ich aus den be⸗ reits gemachten Erfahrungen oben außtfuͤhrlich auseinander ſetzte. Hier in der Wetterau, wo jaͤhrlich bisher eine Menge Vieh am Milzbrande ſtarb, hat man nach allen eingezogenen Erkundigungen an keinem Stuͤck eine Beule oder Geſchwulſt entdecken koͤnnen, weßhalb der Tod uͤberall in ſehr kurzer Zeit erfolgte. Bei der homoͤopathiſchen Behandlung entſtanden oͤfters Geſchwuͤlſte, zugleich iſt aber mit dem Erſcheinen derſelben Heilung der gefäͤhrlichen Krankheit erfolgt. Die Reaction, welche fuͤr ſich zu ſchwach iſt, das Gift von innern wichtigen Organen abzuweiſen, wird durch das homoͤopathiſche Heilmit⸗ tel entweder ſo unterſtuͤtzt, daß es derſelben bald gelingt, das Gift zu uͤberwaͤltigen und auf aͤußere Theile zu werfen, damit daſſelbe auf die innern Organe keinen Einfluß ausuͤben kann, auf welche Weiſe wir unter uͤbrigens voͤllig eintretendem Wohlbefinden des noch vor kurzer Zeit ſehr kranken Viehs Geſchwuͤlſte oder Verhaͤrtungen einzelner Theile, welche aber voͤllig ohne Gefahr ſind, beobachten; oder das homoͤopathiſche Mittel unterſtuͤtzt die Reaction dermaßen, daß das Gift bal⸗ digſt neutraliſirt wird, auf welche Weiſe ohne Erſcheinen ſol⸗ cher Geſchwuͤlſte Heilung erfolgt.

Ich gehe nun uͤber zu der genauern Angabe, wie das Heilmittel am ſicherſten angewendet wird, und welche Erſchei⸗ nungen ſich waͤhrend der Behandlung einſtellen koͤnnen und wie man am beſten bei dieſen verfaͤhrt. Dieſe Mittheilungen ſind das Ergebniß vieler Erfahrungen, ſorgfaͤltig angeſtellter Beobachtungen und Verſuche.

Die gewoͤhnlichſten Symptome, die man in hieſiger Ge⸗ gend an einem Stuͤck Vieh, welches vom Milzbrande ergrif⸗ fen wird, bemerkt, ſind: Aufhoͤren der Freßluſt und des Wie⸗ derkaͤuens, Zittern mit den Hinterbeinen, wankender Gang, ſtruppiges, rauhes und glanzloſes Haar, in Waſſer gleichſam ſchwimmende Augen; Hoͤrner und Ohren ſind bald kalt, bald heiß, die Kuͤhe geben weniger oder gar keine Milch. Bemerkt man dieſe Krankheitszeichen, ſo eile man, das Heilmittel bal⸗ digſt einzugeben. Man giebt daſſelbe am bequemſten, wenn man die mit Anthracin befeuchteten Streukuͤgelchen in ein aus⸗ gehoͤhltes Stuͤckchen Brod fallen laͤßt, das ausgeſchnittene Stuͤckchen als Deckel benutzt, und ſo dem Thiere in das Maul ſteckt. In der Regel nehmen die Thiere das Mittel auf dieſe Art ſehr gern, und man kann verſichert ſein, daß von den