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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
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Verhaͤrtungen und Geſchwuͤlſten ſchnell herbeigefuͤhrt wurde, zeigt es ſich ſehr deutlich, wie die homoͤopathiſchen Heilmittel die Heilbeſtrebungen der Lebenskraft unterſtuͤtzen und dieſen ana⸗ log wirken. Die Reaction naͤmlich ſucht das Milzbrandgift von

der Woͤchnerin gut war, ſo ſuchten die Angehoͤrigen keine aͤrztliche Häͤlfe. Nach 5 Tagen trat eine bedeutende Haemorrhagia uteri ein, das Blut ging mit wehenartigen Schmerzen in ſchwarzen Klumpen, von wahrhaft gaßhaftem Geruche in ſehr großer Menge ab. Ein innerer Froſt, als habe ſie Eis im Koͤrper, war der erſte Begleiter dieſer ſtarken und bedenklichen Blutung. Dazu geſellte ſich Lhr bald haͤufiger, lauter, deutlich hoͤrbarer Windabgang aus der Gebaͤrmutter, fauligen Ge⸗ ruchs, das Gehoͤr ging bald verloren. Die paſſendſten Mittel, die mir im Mutterblutſturz bei Andern ſo haͤufig die trefflichſten Dienſte geleiſtet hatten, z. B. Ipec. Croc. Sabina, Bellad. u. ſ. w., wurden von mir fruchtlos gereicht. Es trat am dritten Tage folgender ſchlagflußar⸗ tiger Zuſtand ein: die Sprache, das Gehoͤr waren verſchwunden, hoͤch⸗ ſtens vernahm man einige lallende Toͤne, wie bei denen, welche ein Schlagfluß traf; es hatten ſich profuſe Schweiße eingeſtellt, die den gan⸗ zen Koͤrper bedeckten; der Puls ſchlug unzaͤhlig und hoͤchſt ungleich; der

them wurde ſchwer geholt und war bei jedem Ausathmen mit jenem unangenehmen Stoͤhnen verbunden, welches man bei Sterbenden ver⸗ nimmt, wobei ſich Bruſt und unterleib ſehr ſtark hoben; das Auge war ſtarr und zeigte keine Empfindlichkeit mehr; Stuhl und Urin gingen un⸗ bewußt ab; die Haͤnde und die Ärme in beſtaͤndig zitternder Bewegung. So wenig Hoffnung mir dieſer hoͤchſt bedenkliche Zuſtand, wo theilweiſe Laͤhmungen bereits eingetreten waren, und vollkommene Laͤhmung bevor⸗ ſtand, einfloͤßen konnte, ſo wollte ich doch wenigſtens, ſo lange noch Leben im Koͤrper vorhanden war, noch verſuchen, das Leben zu retten. In Ver⸗ lauf von 3 Stunden reichte ich nach einander 5 Mittel, alle halbe Stun⸗ den eins. Da indeſſen nach keinem Mittel irgend eine weſentliche Beſ⸗ ſerung eintrat, ſo gab ich faſt jede Hoffnung der Rettung auf. Nach ſorgfaͤltiger Erwaͤgung deſſen, was vorausgegangen war, des jetzigen Zu⸗ ſtandes und meiner fruͤheren Erfahrungen, beruhete nur noch all die Hoffnung, die ich hegte, auf einem Mittel, wenn es ſonſt moͤglich war, noch Rettung zu ſchaffen, und dieſes Mittel war Phosphor. Ich loͤſte ein Streukuͤgelchen dieſes Mittels X. in etwa zwei Unzen reinen Quellwaſſers auf, miſchte dieſe Aufloͤſung mit einem Theeloͤffel innig und ließ hiervon alle halbe Stunden einen Theeloͤffel voll geben. Nach der dritten Gabe kam die Kranke etwas zu ſich, es trat auffallende weſent⸗ liche Beſſerung ein, die beim fortgeſetzten Gebrauche(alle 24 Stunden demnaͤchſt) immermehr zunahm, ſo daß binnen 24 Stunden wenigſtens die groͤßte Lebensgefahr beſeitigt war; die partiellen Laͤhmungen, der Abgang des in Faͤulniß uͤbergegangenen Bluts, der Windabgang, die profuſen Schweiße hatten aufgehoͤrt. Die Taubhörigkeit blieb am laͤng⸗

een zuruͤck, doch wich ſie ſpaͤter gleichfalls. Gegen die aufgelegene Stelle, die brandig geworden war in den Paar Tagen, leiſtete mir Arſenik ſehr gute Dienſte. Durch Verkaͤltung kam die Kranke nach 10 Tagen in ei⸗ nen nervoͤſen Zuſtand; auch dieſen zu beſeitigen gelang mir, ſo daß ich die Freude hatte, ſie bald außer Lebensgefahr erklaͤren zu koͤnnen. Es würde mich zu weit fuͤhren, die Krankengeſchichte noch mualte anzugeben.