Druckschrift 
Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
Entstehung
Seite
82
Einzelbild herunterladen

82

des Milzbrandes, deren ich ſpaͤter eine bedeutende Anzahl er⸗ waͤhnen werde, bei welchen die Heilung mit zuruͤckbleibenden

1 tann och

5

n16l2 279 I15

wiß nicht unbedentenden Praris habe ich nie V. S. angeordnet, nie einen Blutegel ſetzen laſſen, und das Publikum, dem ich diene, wird mir ſicher das Zeugniß geben, daß ich meine Praris mit Gluͤck ausube. Wohl weiß ich, daß icht alle meiner Collegen hinſichtlich der kleinſten Gaben in akuten Krankheiten mit mir ubereinſtimmen, allein das von mir eben Mitgetheilte iſt das Ergebnis einer nicht unbedeutenden Erfahrung. Ich weiß mich keines Falles zu erinnern, in welchem ich von Gaben der niedern Potenzen hoͤmoͤopathiſcher Heilmittel in akuten Krankheiten wahren Ntennſe ¹ ſondern beobachtete nur den unangenehmen Erfolg des zu hef⸗ tigen eer Siahateſ daß ich Gegenmittel zu geben gendthigt war⸗ 88 muß aufrichtig geſtehen, daß ich dem homdopathiſchen Arzte jede Erfahrung auch nur von einigem Umfange im Gebiete der Homoͤo⸗ pathie geradezu abſprechen muß, der behauptet, nie von kleinen Gaben Erhoͤhungen geſehen zu haben. Denn ich habe Chroniſch⸗Kranke be⸗ handelt, bei denen die kleinſten Gabon des paſſenden Mittels fuͤr die Kranken ſehr laͤſtig eres eende Erhoͤhungen der Krankheit, die mehrere Tage anhielten, hervörbrachten, weiches ſich bei jedem andern folgenden Mittel wiederholte, bis ich zum bloßen Aufriechen auf die Arznei meine Zuflucht nehnen mußte., Dieſe Erfahrung machte ich oͤfters bei reizba⸗ ren Fraurn, ja ſelbſte hei übrigens robuſten Maͤnnern. Noch oͤfter beoh⸗ hieee hehae Behe. öhungen der Krankheitszeichen von ſehr kheinan hr moopaͤthiſchen Gaben bei akuten Krankheiten, die Gegenmittel zu reichen mich zwangen, um den zu ſturmiſch eintretenden Reactionen Einhalt zu thun. Hiervon koͤnnte ich viele Beiſpiele anfuͤhren. Seitdem ich nur ſehr kleine Gaben in. akuten Krankheiten reiche, ſehe ich eine weit ſchnel⸗ lere Beſſerung eintreten. Haͤlt die Beſſerung nicht an, ſo wiederhole ich dieſe kleine Gabe. Soyrheilte ich vor nicht langer Zeit einen hohen Grad von Unterleibsentzuͤndung mit 25 Gaben Aconit X-, von denen ich jede vierte Stunde eine nehmen ließ. Das Darreichen der kleinſten homdopathiſchen Gaben gewaͤhrt außerdem noch den Vortheil, daß man in einem bedenklichen Zuſtande oͤfter mit Mitteln wechſeln oder daſſelbe Mittel oͤfters mit dem herrlichſten Erfolge wiederholen kann. Ich theile bei dieſer Gelegenheit folgenden mir unlaͤngſt vorgekommenen intereſſan⸗ ten Krankheitsfall mit. Eine Frau hatte zweimal etwa immer im drit⸗ ten Monate nach eder Conception abortirt. Sie unterwarf ſich nun, in der Beſorgniß, abermals einen Mißfall zu erleben, meiner Behandlung. Drei Monate ſpaͤter ward ſie wieder ſchwanger, gebrauchte die Heilmit⸗ tel bis zur Haͤlfte der Schwangerſchaft fort und da ſie ſich ganz wohl fuͤhlte, ließ ſie nun nach mit dem Gebrauch der Mittel. Die Nieder⸗ kunft erfolgte nach ihrer Berechnung im zehnten Monat, war ſehr ſchwer und mußte mit Hülfe der Zange geſchehen; die Nachgeburt war mit der Gehaͤrmutter verwachſen, mußte daher gewaltſam getrennt werden und mnheinar ziemlich großen Stelle wie verknorpelt, welche Stelle an⸗ zufuͤhlen war, als waͤren Steinchen mit der verhaͤrteten Stelle verwach⸗ fen. Der Blutverluſt nach geſchehener Niederkunft war nicht uͤbermäßig, auch, fühlte ſich die Porhnerhn nach einer ſo ſchweren Niederkunft ver⸗ Pitnßmabig den erſten Tagen ſehr wohl, nur beobachtete die naͤchſte umgebung Geſchwulſt des unterleibes. Da indeſſen das übrige Befinden 0

8