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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
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den erſten Rang. Die Saͤuren ſollen in das Blut uͤbergehen, einen Theil des Sauerſtoffes an daſſelbe abtreten, und auf dieſe Weiſe die Deſoxridation mindern, alſo entmiſchungswidrig wirken, indem der Grund der Krankheit in einer voͤlligen Entmiſchung der Saͤfte geſucht wird. Ich halte mich nur an die Erfahrung und laſſe es dahin geſtellt ſein, in wie fern dieſe Annahmen richtig ſein koͤnnen; es laͤßt ſich dergleichen nur hypothetiſch annehmen und nie genau beweiſen. Es iſt daher ſicherer, die Wirkung eines Mittels nach gemachten Erfahrungen zu wuͤrdigen. Die Schwefelſaͤure iſt laut Erfah⸗ rungen haͤufig und bisweilen mit dem gluͤcklichſten Erfolge an⸗ gewendet worden. In hieſiger Gegend ward dieſes Mittel in un⸗ zaͤhligen Faͤllen angewendet, bewaͤhrte ſich aber nur in ſeltnen Faͤllen als heilkraͤftig. Gleich wie Kauſch die Schwefelſaͤure als eine sacra anchora anſah und meinte, wenn dieſes Mittel keinen gluͤcklichen Erfolg herbeifuͤhrte, jedes andere Mittel ver⸗ geblich angewendet werden wuͤrde, ſo ſtand dies Mittel auch in hieſiger Gegend in großem Rufe, ſelbſt noch bis auf die Zeit, in welcher ich die erſten Verſuche, den Milzbrand homoͤo⸗ pathiſch zu heilen, anſtellte, die ſo gluͤcklich ausfielen, daß alle dieſe fruͤheren Mittel der Vergeſſenheit anheim fielen. Ein Pachter, der an der Mitzbrandkrankheit uͤber 60 Stuͤck Rind⸗ vieh verloren hat, verſicherte mir, daß er durch Aderlaß und durch Anwendung der Schwefelſaͤure die meiſten durchgebracht, bei denen er das Entſtehen der Krankheit fruͤh genug bemerkt habe, wo nebſt verminderter Freßluſt ſich noch nicht jenes omi⸗ noͤſe Zittern eingeſtellt, ſondern nur ein ganz feines Huͤpfen in der Haut hie und da, auch einzelne Stoͤße nach vorn mit dem Hintertheile wahrzunehmen geweſen ſeien. Nur hat die Anwendung der Schwefelſaͤure, die mit Waſſer bis zur ange⸗ nehmen Saͤure verduͤnnt wurde, die unangenehme Folge in dieſen Faͤllen geaͤußert, daß die davon gekommenen Thiere lange an Wundheit des Rachens und der Luftroͤhre kraͤnkelten. Dagegen utheilte mir derſelbe Pachter mit, daß kein einziges Stuͤck weder durch Aderlaß, der wiederholt angewendet worden ſei, noch durch Schwefelſaͤure, noch durch Haarſeile u. dergli haͤtte gerettet werden koͤnnen, wenn ſich jenes ominoͤſe Zittern eingeſtellt habe. eMnugmn ed e e ee Außerdem wurden noch anpeprieſen Klyſtiere von Salz und Kleiendecoct, Haarſeile, der Salpeter u. ſ. w. Von die⸗ ſen Mitteln will ich nicht weiter reden; ſie verdienen wenig Lob und nüͤtzen in der Regel gar nichts, und da, wo ſie nütz⸗ ten, wurden ſie in Verbindung mit andern Mitteln gegeben, ſo daß man ihnen mit Sicherheit nicht den mindeſten Nutzen

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