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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
Entstehung
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73.

ſchneller mit dem Tode endigte. Ich warne daher vor dem Aderlaß, da dieſes angeprieſene Mittel in der Regel nicht nur keine Huͤlfe ſchafft, ſondern ſchaden kann und muß. Dagegen kann der Aderlaß in den Faͤllen, wo ein rein inflammatori⸗ ſches Stadium ſich deutlich zeigt und laͤngere Zeit anhaͤlt, wenn man kein beſſeres Mittel weiß oder hat, nuͤtzlich ſein, und hat ſich auch bereits in dieſen wenigen Faͤllen bewährt finden laſſen, naͤmlich dann, wenn das ominoͤſe Zittern noch nicht eingetreten war, wenn man nur einzelne fliegende Be⸗ wegungen, kleine Zuckungen im Felle wahrnehmen konnte. Daher will ich keineswegs behaupten, um nicht mißverſtanden zu werden, daß Aderlaß nie nuͤtzen koͤnne, ſondern ich lebe nur der Überzeugung, daß Blutentziehungen nur in den Milzbrand⸗ faͤllen nuͤtzen werden, wo der Milzbrand mit einem rein in⸗ flammatoriſchen Stadium beginnt, und je reiner, je anhalten⸗ der dieſes entzuͤndliche Stadium ſich zeigt, und je fruͤher der Arzt V. S. in dieſen Faͤllen unternehmen kann, deſto eher hat man von dieſem heroiſchen Antiphlogisticum etwas zu erwar⸗ ten. Dieſe Faͤlle ereigenen ſich aber in der Regel nicht. Da⸗ her kommt es, daß nicht alle Arzte vom Aderlaß in dieſer Krankheit mit ſolchem Enthuſiasmus ſprechen; wie z. B. Kauſch. Der Thierarzt Ammon ſagt:Ich weiß wohl, daß ich, wenn ich Aderlaß, ſalzige Purgirmittel als Schwaͤchungs⸗ mittel verwerfe, geradezu hierdurch jenes Heilverfahren ver⸗ werfe, welches mehrere geſchickte Thieraͤrzte angerathen haben. Allein ich halte mich hier an meine eigenen vielfaͤltigen Er⸗ fahrungen, und kann verſichern, daß ich in vielen Faͤllen die ſchwaͤchende Heilart gegen den Milzbrand, ſowohl beim Rind⸗ vieh, als auch bei Pferden und Schweinen, ſelbſt ohne Er⸗ folg angewendet habenn Mehrentheils erfolgte gleich nach deren Anwendung der Tod. Dieſes ſtimmt ganz mit den von mir gemachten Beobachtungen uͤberein. Kauſch dagegen ſagt, nachdem er die Erfahrungen Anderer z. B. Paulets, Chaberts, Adamis, Rohlwes, die für den Aderlaß ſich erklaͤren, angefuͤhrt hat:Hierzu tritt nun meine eigene, in mehrern Epizootien geſammelte Erfahrung, die durchgehends dem Aderlaß das Wort redet. Auch Koͤrber redet gunſtig fuͤr den Aderlaß, allein der unguͤnſtige Erfolg von der Anwendung dieſes Mittels iſt aus ſeiner geſtellten Prognoſe erſichtlich, wo der Verfaſſer ſagt:Bei einer zweckmaͤßigen unde feihzenig eingeleiteten Behandlung retten wir durchgängig von fuͤn Kranken vier. n alchin ag Hats d 1d. I Igm dhm Las unter den andern empfohlenen Mitteln behaupten, nach dem Aderlaß, die Salz⸗ und Schwefelſaͤure erfahrungsmaͤßig