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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
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Die bereits angefuͤhrten Erfahrungen beweiſen auch die⸗ ſen Satz zur Gnuͤge. Es bedarf daher keiner Angabe von Thatſachen mehr. 1

Vergleichen wir den durch Anſteckung mitgetheilten Milz⸗ brand der Thiere mit dem urſprünglichen, ſo ſind die Krank⸗ heitserſcheinungen bei jenem wie bei dieſem im Weſentlichen dieſelben. Auch bei den Sectionen finden wir ein und dieſel⸗ ben Reſultate. An der Identitaͤt beider Krankheitsformen iſt daher gar nicht zu zweifeln..

Faſſen wir nun das uͤber die Anſteckung des Milzbrandes Angegebene und alle die angefuͤhrten Erfahrungen, die auf un⸗ widerlegbare Thatſachen gegruͤndet ſind, zuſammen, ſo muß jeder Unbefangene den Milzbrand fuͤr anſteckend halten. Es kann keine anſteckende Krankheit geben, deren Eigenſchaften den Begriff, den wir von Contagium haben, mehr erſchoͤpft, als der Milzbrand. Ohne Zweifel muß mithin der Milz⸗ brand als eine unter gewiſſen Bedingungen hoͤchſt anſteckende Krankheit, und zwar anſteckend ſowohl fuͤr Menſchen, als auch fuͤr alle lebende Thierge⸗ ſchlechter angeſehen werden.

§. 13. Vom Weſen des Milzbrandes.

In jedem Organismus waltet eine Lebenskraft, vermoͤge deren der Organismus mit allen ſeinen einzelnen Organen nicht nur in ſeiner Integritaͤt erhalten, ſondern auch gegen jeden feindlichen Reiz oder gegen jede krankmachende Potenz geſchuͤtzt und vertheidigt wird. Letzteres geſchieht durch die Reaction der Lebenskraft, welche ſich gegen jedes feindliche Agens opponirt. Das Product der Reaction der Lebenskraft gegen einen feind⸗ lichen Reiz iſt das, was wir gewoͤhnlich Symptome einer Krankheit nennen, was aber in der That nichts anders iſt, als die Beſtrebungen der Lebenskraft, welche, in ihrer Inte⸗ gritaͤt durch feindlich auf den Organismus einwirkende Poten⸗ zen ſich verletzt fuͤhlend, die Reaction auffordert, ſich dem feindlichen Agens zu widerſetzen. Hieraus entſteht ein Kampf, der, jenachdem die feindliche Potenz maͤchtig einwirkt, bald längere, bald kuͤrzere Zeit, bald ſtuͤrmiſch und gefahrvoll,