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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
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zu ſein ſcheint. Zudem habe ich oft geſehen, daß die Schweine, Gaͤnſe und anderes Gefluͤgel, die Hunde, letztere beſonders nach gefreſſenem Aderlaßblute(vielleicht die Pferde und die Mauleſel) angeſteckt wurden. Wie oft hoͤrte ich aber in ſol⸗ chen Epizootien, daß diejenigen Menſchen, die dem Viehe Ein⸗ guͤſſe gegeben, geſchwollene Arme(weil ſie tief mit der Hand in den Rachen fahren mußten) bekommen hatten; daß Perſo⸗ nen, welche die Leder von den krepirten Stuͤcken abgezogen, oder die von dem Fleiſche der letzteren gegeſſen hatten, ein Opfer dieſes Ubels geworden! nen ,9 5 Der Thierarzt Lux theilt uns folgende Thatſachen mit. Im Jahre 1810 brach in Schleſien in einer Schaͤferei der Milzbrand aus. Der Schaͤfer zog den Gefallenen die Leder ab und ließ nun ſeine mit Blut beſudelten Haͤnde von den Schafen ablecken. Alle, die geleckt hatten, erkrankten und ſtarben. Zu Graͤbnitz in Schleſien fraß eine Heerde Schweine von den milzbrandigen Cadavern auf dem Waſenplatze. Faſt alle erkrankten und ſtarben. Man fand die Zunge, Luftroͤhre, den Eingang des Schlundes brandig. In Poppelau, einem ſchleſiſchen Dorfe, wuſch eine Bauersfrau milzbrandiges Fleiſch in einem Schaff, gab hierauf ihrem Pferde in dieſem Schaff zu ſaufen, ohne daß ſie es gereinigt hatte. Das Pferd er⸗ krankte und ſtarb auch. In einem andern Dorfe eine Frau gekochtes milzbrandiges Fleiſch. Sie erkrankte und ſtarb. Man nahm nun das uͤbrige Fleiſch, kochte es und ſchnitt es klein, und gab es den Enten zu freſſen. Den Schweinen aber reichte man die Fleiſchbruͤhe. Sowohl die Schweine als die Enten erkrankten und ſtarben. Laubender theilt folgende von ihm gemachte Erfahrung mit. Im Jahre 1813, ſagt der Verfaſſer, im Monat Auguſt, kaufte meine Koͤchin 14 junge Huͤhner auf dem Markte zu Muͤnchen. Sie ruͤhmte ſich einen wohlfeilen Kauf gemacht zu haben. Nach 2 Tagen hieß es, die Huͤhner ſeien krank, in einer Nacht ſeien 2 zu Grunde ge⸗ gangen. Ich unterſuchte ſie und fand, daß ſie vom Milzbrande befallen waren. Bei aller angewendeten Muͤhe konnte ich nicht mehr denn 6 Stuͤck erretten. Das Erkranken ging ſo lange fort, als die Geſunden mit den Kranken zuſammen leb⸗ ten. Als verdaͤchtig waren dieſe Huͤhner wohlfeilen Preiſes verkauft worden. Bei der Section zeigte ſich der entzuͤndlich brandige Zuſtand, das ſchwarze Blut, eine gelblichte Ablage⸗ rung in die Geſchwuͤlſte mit Brand der naheliegenden Theile. 4) Das vom Milzbrand angeſteckte Thier pflanzt dieſelbe Krankheit auf die sub 3. angegebene Weiſe auf andere ge⸗ ſunde Thiere weiter fort.