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ganzen Geſichte los.— Ein Einwohner trug Fleiſch von ei⸗ nem verdaͤchtig geſchlachteten Stiere nach Hauſe. Des andern Tages hatte er eine bedeutende Geſchwulſt in der Achſelgrube mit Fieber, welches ſchnell mit typhoͤſem Charakter ſich aus⸗ zeichnete; er ſtarb, wenn gleich keine Huͤlfe geſpart wurde. Ein Anderer ward unter gedachten Umſtaͤnden von einer Fliege ge⸗ ſtochen. Er erhielt bald an der geſtochenen Stelle, im Ge⸗ ſicht und zuletzt auch auf der Bruſt eine Geſchwulſt, die er mit Kamphergeiſt behandelte. Am 4ten Tage ſtarb er.— Ein Anderer lud eine gefallene Kuh auf den Karren des Waſen⸗ meiſters. Er erkrankte und nach 2 Tagen war er todt. Ein Anderer beruͤhrte ein gefallenes Pferd, erhielt eine große Ge⸗ ſchwulſt mit Steifigkeit des Halſes und ſtarb nach 24 Stun⸗ den. Noch ein Anderer beruͤhrte eine kranke Kuh. Auch er ward mit einer heftigen Geſchwulſt, Halsweh befallen und war trotz aller angewendeten Mittel nach 2 Tagen eine Leiche.— Walz beobachtete 1797 den Milzbrand im Wuͤrtem⸗ bergiſchen. Er ſagt, daß alle diejenigen, welche der Offnung der in Huͤrben am Milzbrande gefallenen Thiere beiwohnten, erkrankten und ſtarben. Sogar ein Mann, welcher eine abge⸗ zogene Haut von einem ſolchen Thiere in die benachbarte Stadt trug, ſo wie der Gerber und deſſen Junge, welche ſie in Empfang nahmen, erkrankten, und der Gerber konnte mit roßer Muͤhe noch gerettet werden, die beiden Andern aber ſarben ohne Rettung.— Kopp beobachtete 1811 den Milz⸗ brand unter dem Rind⸗ und Schafvieh in der Gegend um Frankfurt a. M. Bald darauf brach er auch unter den Men⸗ ſchen faſt epidemiſch aus. Die Infection, ſagt er, geſchah theils durch den Genuß des Fleiſches, theils durch Beruͤhrung der Saͤfte kranker Thiere, als des Bluts, des Geifers, der
Jauche u. ſ. w. 2) Der vom Milzbrande angeſteckte Menſch pflanzt die Krankheit in derſelben Form auf andere Menſchen fort, mit denen er in nahe Beruͤhrung kommt.
Die angefuͤhrten Thatſachen gehoͤren zum Theil auch wie⸗ der hierher, um dieſen Satz erfahrungsmaͤßig zu beweiſen. Ich fuͤhre daher nur folgende Beiſpiele an.— G Eine Frau, theilt Laubender mit, lag nur eine Nacht bei ihrem erkrankten und mit Schweiß bedeckten Manne; ſie er⸗ hielt bald darauf Fieber mit Anſchwellungen, Brandbeulen u. ſ. w., wie ihr Mann.— Eine andere Frau, welche waͤh⸗ rend der ganzen Krankheit ihres Mannes bei ihm im Bette Wn, bekam nach deſſen Tode gleichfalls Brandbeulen mit
jeber.


