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auf der linken als rechten Seite und eben dieſes war auch der Fall bei dem Hirten Frank, der ſich die linke Hand ver⸗ letzt hatte, und daher immer uͤber groͤßere Schmerzen in die⸗ ſer, als in der entgegengeſetzten rechten klagte. Bei dem Tam⸗ bour und dem Gartenwaͤchter iſt dies nicht bemerkt worden. Bei Beiden zeigten ſich aber auch gleichzeitig die blauen Puſteln auf beiden Armen. Der Knecht Boͤhm, dem das Euter um das Maul geſchlagen worden, litt zuerſt die ſchmerzhaften Em⸗ pfindungen an den Lippen, welche ſich ſodann unter heftiger Anſchwellung des Halſes und Umbildung der blauen Puſteln zu einem furunculus gangraenosus gleichmaͤßig uͤber den gan⸗ zen Koͤrper verbreiteten. Dem Hirten endlich ſchmerzte die zuerſt angegriffene rechte Seite auch empfindlicher und war ſtaͤrker angeſchwollen als die, wie es ſchien, nur conſenſuel leidende linke Seite. Mit der Zunahme dieſer Schmerzen wurden in allen Faͤllen die Fieberbewegungen ſtaͤrker, die an⸗ geſchwollenen Theile mit mehrern Brandblaſen bedeckt, mit Angſt, Unruhe, Schmerzen im Unterleibe, Übelkeiten, Nei⸗ gung zum Erbrechen begleitet, der ganze Koͤrper mit uͤbermaͤ⸗ ßigen, anfaͤnglich warmen, zuletzt kalten Schweißen bedeckt, unter welchen die große Schwaͤche, uͤber welche die Kranken vom Anfange der Krankheit an klagten, in Ohnmacht uͤber⸗ ging und die Ergriffenen(außer dem Tambour und Knecht Boͤhm) alle am 4ten Tage, der Hirt aber erſt am 7ten, ſtar⸗ ben.— Ein Thierarzt in Frankreich unterſuchte, ſo erzaͤhlt Gilbert, den Cadaver eines am Milzbrande gefallenen Ochſen. Bei dieſer Beſchaͤftigung wollte es der Zufall, daß er mit der von dem Blute des Cadavers verunreinigten Hand an ſein Geſicht kam, das mit kleinen ſogenannten Hitzpickeln ſtark be⸗ ſetzt war. Bald darauf bekam er an der von der blutigen Hand beruͤhrten Stelle eine kleine Geſchwulſt, welche ſich aber ſchnell vergroͤßerte, auch einen voͤlligen Brandbeulen⸗Charakter zeigte, und nachdem dieſer Mann Beaͤngſtigung des Herzens, Fieberſchauder, mit einem Worte alle Leiden des Thiers er⸗ duldet hatte, ſtarb er.— Im Jahr 1807 herrſchte der Milz⸗ brand in mehrern Doͤrfern des Koͤniglichen Bairiſchen Landge⸗ richts Landsberg. Viele Perſonen verungluͤckten hierbei, wie Laubender erzaͤhlt. Ein Weib ward von einer am Milzbrande erkrankten Kuh im Geſichte ſtark angehaucht, vielleicht auch auf ſonſt eine Weiſe von ihr im Angeſichte beſpritzt. Sie ward hierauf mit einer großen Hitze mit Geſchwulſt im Ge⸗ ſichte befallen. Fieber, Unruhe, Angſt, Schlafloſigkeit folter⸗ ten ſie einige Tage. Allein unter Anwendung einer Salbe ward ſie gerettet. Die Oberhaut loͤſte ſich aber am Ende im


