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beulen befallen wurden.— Im Jahre 1793 herrſchte der Milz⸗ brand im bairiſchen Landgericht Weilheim. Eine Schweizerin hatte ihrer kranken Kuh in den Rachen gegriffen; bald dar⸗ nach ſchwollen ihr die Haͤnde auf, es entſtanden große, ſchwarze Blattern, und nach mehrern Stunden mußte ſie ſterben. Ehe ſie aber ſtarb, bekam ſie heftiges Erbrechen. Bei dieſer Ge⸗ legenheit fiel einer Magd, die ſie wartete, manches von dem Ausgebrochenen auf die nackten Fuͤße; nicht lange darnach ſchwollen auch dieſer die Fuͤße, Brandblattern fuhren auf und ſie mußte ſchmerzhaft wie ihre Frau ſterben.— In demſelben Jahre bekam der Abdecker zu Peiſſenberg vom Abledern der Cadaver Beulen und Brandblattern an den Haͤnden mit hef⸗ tigem Fieber, woran er ſterben mußte. Dem Waſenmeiſter zu Bartenkirchen ging es im Jahre 1807 ebenſo.— Im Jahre 1810, wo der Milzbrand in Oſtpreußen herrſchte, ver⸗ anſtaltete Dr. Creuzwieſer(wie wir im allgem. mediz. chirurg. Wochenblatte Jan. Stuͤck 1811 leſen) die Obduction einiger am Milzbrande gefallener Stuͤcke, und bediente ſich dabei als Gehuͤlfen des Tambours Immiſch, des Gartenwaͤchters Schmid, und des Hirten Frank. Außerdem ſchlachtete in Salau der Hirt eine am Milzbrande daſelbſt erkrankte Kuh, bei welcher Ge⸗ legenheit dem Knechte Boͤhm aus Muthwillen das Euter um das Maul deſchlagen wurde. Dr. Creuzwieſer hatte ungluͤcklicher Weiſe eine kleine Verletzung am linken Ringfinger, als er bei der Obduction ſelbſt mit Hand anlegte, und der Hirt Frank verletzte ſich, als er außer dem Schlachten und der Beihuͤlfe bei der Obduction noch das Maul eines der erkrankten Thiere mit Urin wuſch und zwar am Zahn deſſelben Thiers. Beide erkrankten zugleich mit dem Tambour und dem Gartenwaͤchter, und zwar jene zuerſt an den verletzten Stellen, die zwei uͤbrigen an den mit einer zarten Haut bedeckten Stellen. Bei allen 6 Perſo⸗ nen zeigten ſich ſchmerzhafte entzuͤndliche Anſchwellungen, die leicht in den Brand uͤberzugehen drohten, mit heftigen Fieber⸗ bewegungen vergeſellſchaftet. Unter ſchmerzhafter Anſchwellung der Achſeldruͤſe verbreitete ſich der Schmerz von dem zuerſt an⸗ gegriffenen Theile des Koͤrpers und uͤberhaupt ward der Schmerz immer heftiger in der Seite des Koͤrpers gefuͤhlt, deren Theile das Gift zuerſt aufgenommen hatten. War hin⸗ gegen die Anſteckung in einem Organe geſchehen, welches nicht doppelt iſt, oder waren beide gleichnamigen Organe afficirt, ſo wurde der Schmerz im ganzen Koͤrper gleich gefüͤhlt. So fuͤhlte Dr. Creuzwieſer, der das Gift zuerſt in jener kleinen Verletzung des linken Ringfingers aufgenommen hatte, waͤhrend der ganzen Krankheit die heftigſten Schmerzen immer mehr ₰


