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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
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daß er ſich ſeine Beute ſollte entreißen laſſen, ſchrie: Wie kann man denn glauben, daß durch dieſe Haut Jemand ſterben koͤnne! Bei dieſen Worten rieb er ſie zwiſchen den Haͤnden, beroch ſie, wurde krank und ſtarb ſehr bald. Ein junger Mann, der nicht glauben wollte, daß die Haut anſteckend ſei, legte ſich aus Trotz und Vorwitz eines Abends in die Haut eines am Milzbrande gefallenen Thiers; am folgenden Morgen fand man ihn todt in derſelben. Eine Frau gab einem kran⸗ ken Thiere, wie Hartmann erzaͤhlt, ein Arzneimittel, das ihm ein junges Maͤdchen nicht geben wollte; die Frau ſteckte dar⸗ auf die Hand, mit welcher ſie in den Rachen des Thiers ge⸗ griffen hatte, in den Buſen des Maͤdchens, welches hierauf heftiges Fieber mit Geſchwulſt und einer ſchwarzen Blatter auf der Bruſt bekam und ſtarb. Bertin beobachtete den Milzbrand 1774 in Weſtindien auf der Inſel Guadeloupe. Ein Mann reiſte mit einem Pferde in die nahe gelegene Co⸗ lonie. Nach 24 Stunden, als er daſelbſt angekommen, er⸗ krankte ſein Pferd am Milzbrande und ſtarb. Hierauf griff er nun weiter um ſich, und ſteckte endlich die ganze Colonie an. Die Viehheerden dieſer zweiten Colonie communicirten mit den Heerden einer dritten Colonie, und es brach der Milzbrand auch in dieſer aus, und verbreitete ſich allgemein. Die Seuche ließ in allen Colonien nicht eher nach, bis der Heerden krepirt waren. Die Neger oͤffneten mehrere der gefallenen Thiere, und ſie bekamen Brandbeulen, Anſchwellungen an den Armen mit heftigem Fieber. Ein gleiches Schickſal erfuh⸗ ren alle die, welche bei dem Klyſtierſetzen ſich beſudelt, oder mit dem Arm in den Maſtdarm gelangt, oder vom Fleiſch der krank geſchlachteten genoſſen hatten. Die Zahl der Ver⸗ ungluͤckten belief ſich auf 200. Die meiſten der Erkrankten verloren ihr Leben. Im Jahre 1726 herrſchte der Milzbrand vorzuͤglich in Polen, Schleſien und Sachſen. Menſchen, welche mit den kranken Thieren umgingen, erkrankten haͤufig. Ein Mann, der einem kranken Thiere in den Hals griff, bekam eine heftige Entzuͤndung am Arm, und ein anderer eine Ent⸗ zuͤndung mit Brandblattern an demſelben. Im Jahre 1682 herrſchte der Milzbrand unter der Form von Zungenkrebs all⸗ gemein in Deutſchland und Frankreich. Die, welche die mit der Krankheit befallenen Thiere warteten, wurden bald von einem hitzigen Fieber, mit Brandbeulen vergeſellſchaftet, ergriffen und ſtarben. Im Jahre 1552 graſſirte der Milzbrand in dem Gebiete von Lucca. Man beobachtete hier, daß, wenn das Blut der erkrankten Thiere den Menſchen auf entbloͤßte Theile ihres Koͤrpers ſpritzte, ſie mit hitzigem Fieber und. mit Brand⸗