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Die ausgebreitetſten Mikzbrandſeuchen waren ſtets mit den groͤß⸗ ten Zerſtoͤrungen der Eingeweide verbunden.
4) Heiße Jahreszeit, beſonders lange anhaltende Duͤrre, heiße Witterung, wenn lange anhaltendes Regenwetter por⸗ ausging. Die Erfahrung lehrt uns, daß die Krankheit am meiſten und wuͤthendſten bei lange anhaltender heißer Witterung beobachtet wurde, und daß der Milzbrand nirgends ſo ſeuchen⸗ artig geſehen wurde, als in den ſuͤdlichern Laͤndern.— Heiß gelegene Laͤnder und Gegenden, die jaͤhrlich von Überſchwem⸗ mungen leiden, werden in der Regel von den boͤsartigſten Epidemien heimgeſucht. Man denke nur an die Peſt in Agypten. Dieſes iſt dadurch erklaͤrlich, daß durch die Üüber⸗ ſchwemmungen, mit darauffolgender heißer Witterung, die ge⸗ woͤhnlichſten und wichtigſten Umſtaͤnde gegeben ſind zur Er⸗ zeugung einer der Geſundheit ſehr nachtheiligen Luft. Der Milzbrand entſteht leicht unter dieſen angegebenen Umſtaͤn⸗ den, unter denen ſeine Contagion ſtets leichter wahrnehmbar ſein wird.
5) Unreinlichkeit, zu enges Beiſammenſtehen der Thiere, wodurch die Ausduͤnſtungen uͤberhaͤuft ſind, beſonders in Staͤl⸗ len, die wenig oder gar nicht geluͤftet werden. Durch dieſe Umſtaͤnde wird die Anſteckung leicht herbeigefuͤhrt, zumal wenn die am Milzbrande erkrankten Thiere nicht ſeparirt werden.
6) Nachlaͤſſigkeit, wenn die kranken Stuͤcke nicht ſeparirt, oder wenn die am Milzbrande geſtorbenen Thiere wohl gar nicht ſogleich fortgeſchafft und tief vergraben werden, beſonders wenn der Verlauf der Krankheit langſamer Art war, ſo daß die Faͤulniß wegen der innern brandigen Zerſtoͤrungen um ſo ſchneller vor ſich gehen kann..
7) Vorausgegangene Krankheiten, wodurch die Lebens⸗ kraft und deren Reaction noch geſchwaͤcht iſt und nicht ge⸗ gen die feindliche Potenz ſo opponiren kann, wie bei voͤlliger Geſundheit... 89.
8) Der Menſch wird praͤdisponirt zur leichtern Anſteckung durch Angſt, Schrecken, Ekel, Zorn, Arger u. dergl. Gemuͤthsaffecte. Ein ſehr intereſſantes Beiſpiel in dieſer Beziehung erzaͤhlt uns Laubender, wie folgt:„Die Seuche, die 1793 im Bairiſchen herrſchte, fing an, wie ſolches oft geſchieht, indem ſie einige Haͤupter ploͤtzlich auf der Weide im Walde wegraffte. Daß dieſe ploͤtziich Gefallenen am Milzbrande krank geweſen, ah⸗ nete Niemand. Daher wurden ſie abgeledert, das Fleiſch un⸗ ter mehrere Einwohner vertheilt, und ohne Bedenken ver⸗ ſpeiſt. Mehrere Tage vergingen, und man ſah nichts Nach⸗ theiliges von dem Fleiſchgenuſſe. Allein endlich zeigte es ſich klar


