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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
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Menſchen davon befallen, dennoch iſt die anſteckende Eigen⸗ ſchaft bald mehr, bald weniger, und bisweilen gar nicht wahr⸗ zunehmen. Dieſes gilt von allen anſteckenden Krankheiten. Andere Krankheiten ſind nicht immer anſteckend und kommen in einzelnen Gegenden nur epidemiſch vor; z. B. die Dyſen⸗ terie wird in einigen Gegenden oft epidemiſch beobachtet, in andern nur ſporadiſch. In hieſiger Gegend habe ich ſeit Jah⸗ ren keine Epidemie dieſer Krankheit beobachten koͤnnen, An⸗ dere in andern Gegenden ebenfalls nicht; dagegen andere Arzte in gewiſſen Gegenden faſt jaͤhrlich Epidemien dieſer Krank⸗ heit erleben. Den Typhus ſah ich im vergangenen Jahre in einem kleinen Orte, in welchem die Krankheit laͤnger als ein halbes Jahr von einem zum andern allmaͤlig uͤberging, aber außerhalb des Ortes ſich nicht weiter verbreitete. Der Typhus herrſchte in dieſem Orte rein endemiſch; es ward keine Sperrung veranſtaltet und dennoch verbreitete ſich bei al⸗ lem Verkehr die Krankheit nicht weiter.

Vom Milzbrande leſen wir Beſchreibungen, nach denen die Krankheit von einem Stuͤck zum andern allmaͤlig durch An⸗ ſteckung uͤberging. Unterwerfen wir die Beſchreibungen der Milz⸗ brandſeuchen, die beſonders in Frankreich graſſirt haben, einer ge⸗ nauern Betrachtung, ſo iſt die anſteckbare Eigenſchaft dieſer Krank⸗ heit gar nicht zu bezweifeln. Ich ſelbſt beobachtete, daß Staͤlle, in denen 2, 47 Stuͤck waren, allmaͤlig ausſtarben, und daß die Krankheit offenbar von einem Stuͤck auf das andere uͤberzuge⸗ hen ſchien. Nicht ſelten erkrankte zuerſt das eine Stuͤck und un⸗ mittelbar nach dem Tode deſſelben das daneben ſtehende. Da⸗ gegen brachte ich auch wieder in Erfahrung, daß in einer Heerde von 30 40 Stuͤck ploͤtzlich nur 12 Stuͤck fielen, ohne weitere Fortſchritte der Krankheit bemerken zu koͤnnen. In dem Orte, den ich oben ewaͤhnte, in dem die Krankheit Jahr aus Jahr ein ihre Opfer forderte, konnte bis jetzt keine bertragung von einem Stuͤck zum andern nachgewieſen werden. 09 zFon 719 00, 156 134

Bei dieſen ſo ſehr verſchiedenen, zum Theil ſich widerſpre⸗ chenden Anſichten und Erfahrungen müͤſſen Bedingungen exi⸗ ſtiren, unter denen die Krankheit anſteckend ſein oder werden kann. Betrachten wir nun dieſe Bedingungen, welche ſich auf folgende reduciren laſſen, naͤher. Zugleich werden durch dieſe Unterſuchung der eben genannten Bedingungen die Widerſpruͤche in den verſchiedenen Meinungen und Erfahrungen, von denen eben die Rede war, groͤßtentheils beſeitigt. a Bitsis

1) Eine Hauptbedingung iſt die Dispoſition. So wie

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es Menſchen giabt, die keine Empfaͤnglichkeit fuͤr ein Conta⸗