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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
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die nur zu oft die groͤßten Laͤnder durch Krankheiten hat ver⸗ heeren laſſen, welche man durch wenige Vorbauungsanſtalten fuͤr den Ort, wo ſie entſtanden, haͤtte einſchraͤnken koͤnnen. Außerdem fuͤhrt uns der Verfaſſer einige Beiſpiele an, wie der Milzbrand durch einzelne Stuͤcke, welche von der Krankheit befallen waren, eine große Menge, die Anzahl geht in die Tau⸗ ſende, angeſteckt und getoͤdtet habe. Auch von Anſteckung der Menſchen, die unvorſichtig milzbrandkranke Thiere behandelt haben, fuͤhrt er viele, zum Theil ſehr intereſſante Erfahrungen an. Dieſem Schriftſteller aͤhnliche Anſichten aͤußern Hartmann und Paulet. Sie ſind eben ſo feſt von der hoͤchſt anſteckba⸗ ren Eigenſchaft des Milzbrandes uͤberzeugt, wie Kauſch und Andere vom Gegentheil, und fuͤhren fuͤr ihre Meinung ſo viele, wenn nicht noch mehr Thatſachen an, wie dieſe. Daß in⸗ deſſen die Sperrung die Krankheit nicht in ihren Fortſchritten aufzuhalten im Stande iſt, wie Gilbert glaubt, beweiſen Mon⸗ tigny's Erfahrungen. Dieſer ſagt:Ungeachtet der Sperrung, welche die franzoͤſiſche Regierung mittelſt Militair bei den Üüber⸗ fahrten der großen Fluͤſſe veranſtaltet hatte, ſo uͤberſchritt den⸗ noch die Seuche dieſe doppelte Mauer, und drang ſo unauf⸗ haltſam aus einer Gegend in die andere, aus einem Lande in das andere. Dagegen veranſtaltete Kauſch keine Sperrung und ſah keine erhebliche Ausbreitung der Krankheit. Dieſes ſind geradezu Widerſpruͤche, welche aber leicht gehoben werden, wenn man die verſchiedene Art und Weiſe, wie der Milzbrand ſich zeigt, das verſchiedene Klima, wo die Krankheit auftritt, in Erwaͤgung zieht. Ich kann nicht umhin, hier nochmals die Cholera zu er⸗ waͤhnen, uͤber deren Anſteckungseigenſchaften, obgleich Tauſend und Tauſend Erkrankungsfaͤlle von den AÄrzten erlebt wurden, man bis auf den heutigen Tag noch nicht im Reinen iſt. So wie dieſe Krankheit meiner Überzeugung nach miasmatiſch⸗con⸗ tagioͤſer Natur iſt, ſo iſt es auch der Milzbrand. So wie aber bei der Cholera gewiſſe Umſtaͤnde oder Bedingungen er⸗ forderlich ſind, um durch Anſteckung ſich weiter fort, zupflanzen, im entgegengeſetzten Falle aber nicht weiter anzuſtecken, ſobald dieſe fehlen, ſo iſt es auch beim Milzbrande der Fall. Auch andere anſteckende Krankheiten aͤußern bald mehr oder weniger anſteckende Eigenſchaften. Ich brauche nur an das wahre, glatte Scharlach zu erinnern, welches anerkannt anſteckt. Auch bei dieſer Krankheit beobachtete man oft nur ſehr geringe Epi⸗ demien, wie ich ſelbſt Gelegenheit hatte wahrzunehmen. Der Typhus ſteckt zwar in der Regel leicht an, und da, wo dieſe Krankheit einmal ausgebrochen iſt, werden in der Regel viele