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ches dieſelbe gemeinſchaftliche Huͤtung hat, bleibt verſchont; oft fallen einige Haͤupter und ſonſt nichts mehr. Das Übel ſchreitet auch nicht von einem Nachbar zum andern, von einem Nachbarsdorfe zum andern fort. Es uͤberfaͤllt alſo eben ſo we⸗ nig, nachdem es etwa vierzehn Tage gedauert hat, auf ein⸗ mal hinter einander, wie die aͤchte Viehpeſt, den groͤßten Theil eines Viehſtandes, ſondern es ſchreitet zoͤgernd, und zwiſchen⸗ durch wieder jaͤhling, dann auch mehrmals langſam fort, bis es aufhoͤrt, vorwaͤrts. Witterungsveraͤnderungen hemmen und befoͤrdern ſeinen Fortſchritt. Kalte Witterung iſt ſein Feind, haͤufiger Regen auch; nach unzulaͤnglichem Regen ſah ich in⸗ deß 1790 den Milzbrand neue Fortſchritte thun. Wer ſo haͤufig, wie ich, Gelegenheit gehabt hat, zu ſehen, daß dieſes alles ſich bei der Viehſeuche, wo die Anſteckung zu Tage liegt, gerade umgekehrt verhaͤlt, der muß apodiktiſch uͤberzeugt ſein, daß hier im gewoͤhnlichen Sinne keine Anſteckung in der Re⸗ gel Statt findet.“
Adami, der 1776 in Nieder⸗ſtreich den Milzbrand beob⸗ achtete, ſagt:„Dieſe Krankheit hat nur einzelne Stuͤcke, und oft in Staͤllen, wo ſich 10, 20— 30 befanden, nicht uͤber 3, 4 oder 5 derſelben angegriffen, ja in manchen Ortſchaften, wo der Viehſtand ſich uͤber 100 bis 200 Stuͤck erſtreckte, iſt der Stier allein darauf gegangen; in andern hingegen ein Drittheil, bis zur Haͤlfte des Viehes davon befallen worden. Das Merkwuͤrdige hierbei war, daß die Separation weder un⸗ ter dem Viehe, noch unter den Wartsleuten vorgenommen war.“ Derſelbe Schriftſteller bezweifelte auch die leichte Uber⸗ tragung des Giftes auf den Menſchen. Er wuſch zum Ver⸗ ſuche ſeine Haͤnde mit der Fluͤſſigkeit, die aus einer aufge⸗ ſchnittenen Milzbrandbeule lief, ließ die Haͤnde trocken werden, ohne die geringſte Unpaͤßlichkeit zu fuͤhlen. Auch durchwuͤhlte er die Eingeweide der am Milzbrande geſtorbenen Thiere ohne uͤble Folgen.— Gilbert ſagt:„Nach den Pocken der Schafe kenne ich keine Krankheit unter den Thieren, die ſo anſtek⸗ kend waͤre, als das brandartige Faulfieber(ſo nennt er den Milzbrand); es giebt keine Thierart, die gegen ihre Anfaͤlle geſichert iſt, und keine Krankheit geht mit ſolcher Leichtigkeit von einer Thierart auf die andere uͤber; ſie herrſcht nie, ohne daß ſie nicht einigen gewinnſüchtigen oder unvorſichtigen Menſchen das Leben koſtet, indem ſie entweder die Haut ab⸗ ziehen, oder mit dem Arme in den After greifen, um den Miſt auszuleeren. Wenn man an der anſteckenden Eigen⸗ ſchaft dieſer Krankheit zweifelt, ſo kenne ich keine Meinung, die von traurigern Folgen waͤre; ſie fuͤhrt zu einer Sicherheit,


