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3) Mangel an Waſſer, oder Waſſer, welches durch die heiße Witterung zu warm, moderig, ſchlammig und unrein geworden iſt, mit welchem das Vieh, in Ermangelung eines beſſeren, getraͤnkt wird. Dies kann eben ſo wenig eine wich⸗ tige Urſache zur Entſtehung des Milzbrandes geben. Ich beob⸗ achtete die Krankheit da beſonders, wo ich nie, auch waͤhrend der groͤßten und anhaltendſten heißen Witterung, ſchlammiges Waſſer antraf, mit welchem das Vieh getraͤnkt ward. Auch kann ein Waſſer, welches Zu⸗ und Abfluß hat, fuͤglich nicht faulig werden und verderben, und dennoch entſteht beim Ge⸗ brauche ſolchen Waſſers die Krankheit. Umgekehrt kenne ich ſehr hoch gelegene Orte, wo großer Waſſermangel iſt, wo die ſtehenden Waſſer bei ſehr trocknem Wetter ausduͤrren und tiefe Brunnen verſiegen, und dennoch wird hier die Krankheit ver⸗ haͤltnißmaͤßig ſelten beobachtet.
4) Verdorbenes Futter, z. B. Stroh, welches in naſſen Jahren zu lange auf dem Felde gelegen hat. Die Beobach⸗ tungen, die einige franzoͤſiſche Arzte fuͤr dieſe Anſicht anfuͤhren, ſcheinen beim erſten Anblick etwas fuͤr ſich zu haben. Ihren Beobachtungen zufolge wuͤthete der Milzbrand dann am aͤrg⸗ ſten, wenn nach vorausgegangenen ſehr naſſen Jahren trockne, heiße Sommer folgten. Hieraus ſchloß namentlich Gilbert, daß durch die vorausgegangene naſſe Witterung das Futter verdorben ſei und hierdurch der Milzbrand beſonders erzeugt werde. Wenn aber verdorbenes, zu feuchtes, ſchimmlichtes Futter die Veranlaſſung zur Entſtehung des Milzbrandes ge⸗ ben ſoll, wie iſt alsdann die Entſtehung dieſer Krankheit bei der ſorgfaͤltigſten, ausgewaͤhlteſten Fuͤtterung zu erklaͤren? Ich beobachtete die Krankheit bei jeder Fuͤtterung; bei Pachtern z. B., die ihr Vieh mit groͤßter Vorſicht fuͤtterten und pflegten, bei denen auf dem ganzen Hofe kein ſchimmlichtes oder ver⸗ dorbenes Futter zu finden war, am wenigſten ſolches, welches durch vorausgegangene naſſe Witterung verdorben war, da in den letzten zwei beſonders trocknen und heißen Jahren zwar wenig, aber gewiß trocknes Futter gewonnen wurde. Weit richtiger erſcheint mir die Anſicht, daß eine trockene heiße Wit⸗ terung, die lange anhaltender feuchter Witterung folgte, die vor⸗ zuͤglichſten Bedingungen liefert, unter welchen ſich ein der Ge⸗ ſundheit der Thiere ſehr ſchaͤdliches Luftmiasma bildet. Hier⸗ von ſpaͤter ein Mehreres. 1
5) Eingeſchloſſene, verdorbene Luft kann eben ſo wenig eine wichtige Urſache abgeben, da der Milzbrand in den groͤß⸗ ten, ſchoͤnſten und luftigſten Staͤllen ausbricht.
6) Inſektenſtiche, wie z. B. Glaſer als Urſache angenom⸗


