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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
Entstehung
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raume nach dem Hinſcheiden geoͤffnet werden, faſt Alles, was man vom ſchnellen Fortſchritt der Faͤulniß bei andern Rind⸗ viehkrankheiten beobachtet. Gelbes Waſſer,(welches von Kauſch als etwas ganz Charakteriſtiſches im Milzbrande angefuͤhrt wird, und welches nach ſeinen Beobachtungen beſonders haͤufig bei je⸗ nen Stuͤcken gefunden wird, die der Tod nicht ſo jaͤhling hinrafft) ſieht man vorzuͤglich in der Gegend der Druͤſen, um die großen Druͤſen der Schenkel, welche dann von geliefertem Blute ſtrotzen und mit Austretungen des Blutes in der Celluloſa verbunden ſind. Das Abloͤſen der Schenkelknochen, beſonders der vor⸗ dern, iſt daher niemals zu nteteſſen⸗ damit jene Druͤſen ge⸗ ſehen werden koͤnnen. Die Verwuͤ ung, welche man hier fin⸗ det, zuſammt der blaurothen oder violetten Fleiſchfarbe der in der Naͤhe des gelben Waſſers liegenden Muskeln entſcheidet fuͤr das Daſein des Milzbrandes ſchon allein mit großen Gruͤn⸗ den. Eben ſo haͤufig findet man in dem Fette, welches die Luftroͤhre und die Speiſeroͤhre umkleidet, eben dieſe Erſcheinun⸗ gen; dort ſahe ich die Blutertravaſate noch im hoͤheren Grade; das Blut iſt auch hier kohlſchwarz. Das Muskularfleiſch um die Beulen herum hat eine blaurothe, violettblaue Farbe, an welcher Farbe mehr oder weniger die geſammte Fleiſchmaſſe Theil nimmt. Bei Offnung der Bruſthoͤhle findet man das Herz im natuͤrlichen Zuſtande, die Lunge iſt zuſammengefallen, weich welk, blauroth, violettblau; ſchneidet man in die Sub⸗ ſtanz, ſo iſt ſie inwendig noch dunkelfarbiger; an vielen Stel⸗ len gleicht ſie einem geronnenen Blutklumpen, ſie iſt mithin voͤllig brandig. So iſt die Lunge beſtaͤndig. In der Bruſt, ſo wie auch im Unterleibe, iſt das Blut kohlſchwarz und aufge⸗ loͤſt. Die Eingeweide des Unterleibes zeigen ſich nach der Offnung deſſelben im Allgemeinen durchaus mehr oder weniger entzuͤndet und an der faulen Aufloͤſung des Blutes theilneh⸗ mend; daher allenthalben, beſonders wo die Fetthaut die Druͤ⸗ ſen umhuͤllt, jene Erſcheinungen des Karbunkelcharakters auch im Abdomen bemerklich ſind. Der Panzen iſt, wie in allen Epizootien, wo das Wiederkaͤuen aufhoͤrt, voll gruͤnen Fut⸗ ters, das innere Haͤutlein(tanica villosa) ſchaͤlet ſich großentheils ab. Hie und da giebt es rothe große Streifen und Flecke. Eben ſo iſt der Netzmagen beſchaffen. Das Buch enthaͤlt in ſeinen Blaͤttern, die auch mehr oder weniger etwas entzuͤndet ſind, einen im hoͤheren oder mindern Grade trockenen Kuchen. Der vierte Magen iſt immer über und uͤber ſehr brandartig, dun⸗ kelroth, violettblau. So iſt er aber auch in jeder andern Epizootie. Die duͤnnen Daͤrme ſind aufgerieben, ihre Haͤute ſind oft durchſichtig und gleichen einem ausgeſpritzen Praͤpa⸗