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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
Entstehung
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in dieſer Hinſicht nur die Beobachtungen und Erfahrungen Anderer hier anfuͤhren. 1:

Die Beulen und Geſchwuͤlſte, die ſich an den verſchiede⸗ nen Theilen des Koͤrpers bilden, erſcheinen

1) in dem Maule unter der Geſtalt von kleinen Blaſen, welche ſich bald oͤffnen, und eine außerordentlich aͤtzende Feuchtigkeit er⸗ gießen, welche alle Theile, die ſie beruͤhrt, zerſtoͤrt und Geſchwuͤre hervorbringt, die durch ein immer weiteres Umſichfreſſen hoͤchſt gefaͤhrlich werden. Dies iſt die unter dem Namen Zungenkrebs (Glossanthrax nach Sauvages) beruͤchtigte Krankheit. Die mit ſcharfer Feuchtigkeit gefuͤllten Blaſen und Blattern ſind anfaͤnglich roͤthlich, weißgelb und durchſichtig, werden aber bald gelbbraun, bleigrau, ſchwarz, nehmen an Umfang ſchnell zu, freſſen immer tiefer unter ſich und um ſich, ſo daß die Zunge ſtuͤkweiſe durch Brand zerſtoͤrt abfaͤllt. Das Thier ſtirbt meiſt in 24 Stunden. 1nen.

2) Auf der Oberflaͤche des Koͤrpers. 1

a) Unter der Geſtalt wirklicher Karfunkeln, welche bei⸗ nah, ſo wie ſie ſich gebildet haben, brandig werden, und deren eigenthuͤmlicher und beſonderer Charakter darin be⸗ ſteht, daß ſie ſich nie durch eine gute Eiterung entſcheiden.

b) Unter der Geſtalt von Bubonen, welche ihren ge⸗ woͤhnlichſten Sitz in den Druͤſen der Achſeln und der Wei⸗ chen haben, und binnen einigen Stunden, wenn man ſie nicht bald oͤffnet und brennt, einen ungeheuren Umfang erhalten.

c) Unter der Geſtalt von lym hatiſchen, emphyſemati⸗ ſchen Geſchwuͤlſten, welche ſich Danhatiſchen e jeuut⸗ keit unter der Haut ausdehnen, daß ſie oft in ſehr kurzer Zeit dieſelbe in ihrem ganzen Umfange in die Hoͤhe heben.

Kauſch in ſeinen neuen Erfahrungen uͤber den Lungen⸗ brand beobachtete vorzuͤglich dreierlei Arten von Geſchwuͤlſten. Die eine iſt eine unbeſchreibliche ſpeckige Haͤrte, die wie ein groͤßeres oder kleineres Brod in umſchriebener Rundung auf dem Koͤrper hervorſteht, faſt ohne Hitze, ohne Schmerz, beim Einſchneiden faſt ohne Empfindung iſt, und in ihrem Innern einen weißen Speck enthaͤlt. Die zweite Gattung von Beu⸗ len iſt weich, nicht umſchrieben, oft ſchwappend und immer ohne Hitze, enthaͤlt im Zellgewebe eine. gelbe Gallert. Die Fetthaut iſt, wie die Leichenoͤfnungen zeigen, an dieſen Stel⸗ len oft blutig, ſieht auch nicht ſelten einem cruoriſchen Extra⸗ vaſate aͤhnlich. Die Druͤſen unter demſelben, wie z. B. an den Schenkeln, um den Hals ſind dann im hoͤchſten Grade brandig, ſo auch das nahe liegende Fleiſch brandig. Die