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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
Entstehung
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gen. Das Maul fuͤllt ſich mit Schleim, der in Faͤden herab⸗ ſpinnt. Der Miſt wird nach und nach fluͤſſiger und haͤufiger abgeſetzt, endlich wird er ganz duͤnnfluͤſſig, braun von Farbe, von ſehr ſtinkendem Geruch, mit aufgeloͤſtem Blute vermengt und faſt unwillkuͤhrlich entleert, wobei der After halb geoͤffnet bleibt. Der Puls wird immer mehr und mehr beſchleunigt, bis zu 80 100 Schlaͤgen in der Minute, ſchwach, unregel⸗ maͤßig, ausſetzend. Das nun aus der Ader gelaſſene Blut iſt mehr duͤnnfluͤſſig, theerartig, ſchwarz, und bleibt eben ſo, wenn es auch ruhig hingeſtellt wird, oder ſcheidet doch nur ſehr wenig Blutwaſſer ab. Der Herzſchlag wird pochend. Das Athmen bleibt, wie fruͤher beſchleunigt und wird roͤchelnd. Die ausgeathmete Luft wird immer mehr und mehr ſtinkend.

Nachdem ſo die Symptome bald einige Stunden nur, bald 2 3 Tage gedauert, erfolgt unter Convulſionen der Tod. Zuweilen wird bei den genannten Symptomen ein mit Blut vermengter Miſt abgeſetzt und findet man dann bei der Section gewoͤhnlich im Maſtdarm coagulirtes Blut und ebenfalls Blut⸗ extravaſate in der Gegend der Lendenmuskeln. Dieſe Symptome haben den Namen Ruͤcken⸗ oder Lendenblut bedingt.

Innig vereinigt mit den angegebenen Symptomen des Milzbrandes findet man ſehr haͤufig und namentlich, wenn der Verlauf der Krankheit nicht allzu raſch iſt, an verſchiedenen Stellen des Koͤrpers eigenthuͤmliche Beulen und Geſchwuͤlſte.

Dieſe Zuſammenſtellung der von den beſten Schriftſtellern, die uͤber dieſen Gegenſtand ſchrieben, angegebenen Kennzeichen des Milzbrandes beweiſen hinlaͤnglich, daß dieſe verheerende Krankheit zwar ſehr verſchieden auftreten kann, aber in ihren Symptomen doch ſtets ſo große Ahnlichkeit hat, daß ſie von Sachkundigen nicht leicht verkannt wird..

Kauſch will freilich die Section und deren Befund als das ſicherſte Zeichen des herrſchenden Milzbrandes anerkannt wiſſen, und da allerdings die Section ein entſcheidendes Zei⸗ chen abgiebt, ſo werde ich in einem der folgenden§§. die Data angeben, die nach meinen Erfahrungen und nach denen Ande⸗ rer ſich herausgeſtellt haben. Doch zuvor muß ich, um die Kennzeichen des Milzbrandes nach den verſchiedenen Schrift⸗ ſtellern vollſtaͤndig zu liefern, uͤber die Beulen und Geſchwuͤlſte, die ſich haͤufig waͤhrend der Krankheit ausbilden, Einiges an⸗ geben. Bei der homoͤopathiſchen Behandlung des Milzbrandes war es nie noͤthig, da, wo ſolche Beulen entſtanden, dieſelben zu oͤffnen. Da uͤberdies dies Zeichen der Krankheit meinen Beob⸗ achtungen hier in der Wetterau ſich ſelten darbot, ſo kann ich