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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
Entstehung
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Freßluſt in maͤßigerem Grade und das Wiederkaͤuen noch vor⸗ handen, und verlieren ſich dieſe dann auch gewoͤhnlich erſt kurz vor dem Tode. Der Durſt iſt gewoͤhnlich ebenfalls vermindert. Die Haare ſtellen ſich ſtruppig, und die Haut wird trocken und bald ſehr warm, bald mehr kuͤhl, als im geſunden Zu⸗ ſtande gefunden. Der Miſtabſatz iſt gewoͤhnlich unterdruͤckt und der Miſt ſelbſt trocken und ſchwarzbraun von Farbe; in

ſeltenen Faͤllen wird der Miſt frei entleert und dann iſt er breiig und mit Schleim durchmengt. Der Urin wird in der gewoͤhnlichen Menge abgeſondert und ohne Beſchwerden ent⸗ leert, gewoͤhnlich iſt derſelbe waſſerhell und bildet keinen Bo⸗ denſatz. Die Milchſekretion verliert ſich meiſt gleich nach dem Eintritt der Krankheit gaͤnzlich. Die Abſonderung der Thraͤne iſt ſparſam und die Thraͤne ſelbſt waſſerhell. Die Schleimab⸗ ſonderung der Naſen⸗ und Maulſchleimhaut iſt gering, und der Schleim ſelbſt duͤnnfluͤſſig und waſſerhell. Der Puls iſt gleich anfangs ziemlich beſchleunigt(55 65 Pulſe in der Minute), und iſt ſowohl in der Staͤrke der einzelnen Pulſe zu einander, als auch in Betreff der Zeit der Aufeinanderfolge derſelben oft ſehr unregelmaͤßig. Wird ein Aderlaß gemacht, ſo muß die Offnung groß ſein, bevor das Blut aus derſelben ſtroͤmt. Das Blut ſelbſt findet man zaͤhe und ſchwarz von Farbe, und ſtellt man es ruhig hin, ſo gerinnt es zu einem gleichmaͤßigen, ſchwarzen Klumpen. Der Herzſchlag iſt am Anfange der Krankheit gewoͤhnlich unfuͤhlbar, das Athmen beſchleunigt, doch nicht bei allen Kranken gleichmaͤßig beſchleu⸗ nigt, bei einigen findet man 18 20 Athemzuͤge in der Mi⸗ nute, bei andern in derſelben Zeit 40 50. Die ausgeath⸗ mete Luft iſt trocken und heiß, und zuweilen iſt gleichzeitig ein kurzer, trockner Huſten zugegen, welcher die Kranken ſehr beengt, ſo daß ſie ihn zu unterdruͤcken ſuchen. Die Kran⸗ ken magern raſch ab, wobei ihr Haar immer ſtruppiger wird. Die Ohren und Fuͤße fangen an, allmaͤlig andauernd kalt zu werden. Die Traurigkeit und die Ermattung der Kranken machen raſche Fortſchritte; zuletzt wird die Entkraͤftung ſo groß, daß ſie nicht mehr aufſtehen koͤnnen. Im Verlaufe des Ruͤk⸗ kens bilden ſich unter der Haut, welche ſonſt feſt anliegt, Windgeſchwuͤlſte, welche beim Streichen uͤber dieſe Stellen kni⸗ ſtern. Der Hinterleib wird trommelſuchtartig aufgetrieben. Das Auge ſinkt tief in die Augenhoͤhle zuruͤck; die Bindehaut verliert ihre erhoͤhte Roͤthe und wird gelblich bleich; der Blick wird matt, erſtorben, die Thraͤne kleberig und haͤngt ſich an den Augenliedern feſt. Der Ausfluß aus der Naſe wird reichlich, ſchleimig, ſtinkend und iſt zuweilen von Blutſtriemen durchzo⸗