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Der Milzbrand, eine unter dem Rindviehe, den Pferden und Schweinen häufig herrschende Seuche und deren sicherstes Heilmittel / von G. A. Weber
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§. 2. Der Milzbrand wurde nicht allein in ganz Europa, ſon⸗

dern auch in den meiſten uns bekannt gewordenen Laͤndern der Erde beobachtet.

Der Milzbrand wurde beobachtet nicht nur in Rußland, Sibirien und zwar hier nicht ſelten recht boͤsartig, und in Finnland, ſondern auch in Schweden und Norwegen, wo ſelbſt das Rennthier von der Krankheit nicht verſchont bleibt. In Daͤnemark herrſchte der Milzbrand unter dem Namen Brand⸗ beule, Zungenkrebs. In Polen wurde dieſe Krankheit mehr⸗ mals epidemiſch unter den Menſchen durch den Genuß des Fleiſches der am Milzbrande gefallenen Thiere beobachtet. In

. Preußen herrſcht der Milzbrand ſehr haͤufig und bei trockner,

heißer Witterung jaͤhrlich und richtet große Verheerungen an, namentlich und beſonders unter den ſchoͤnſten und groͤßten Schafheerden. Nicht weniger wird der Milzbrand als herrſchend angetroffen in den ſaͤchſiſchen Laͤndern, in Schleswig⸗Holſtein, in den heſſiſchen Laͤndern, in Baiern, Baden und Wuͤrtemberg, in Tyrol und in der Schweiz. In Oſtreich, Ungarn, in der europäiſchen Tuͤrkei rafft der Milzbrand viel Vieh weg. Auch Holland und England hat große Verluſte unter dem Vieh durch dieſe Seuche erlitten. Aber faſt in keinem Lande hat dieſe Krankheit moͤrderiſcher gewuͤthet, als in Frankreich, und nicht viel weniger in Italien, Spanien und Portuggl. In der Regel herrſcht die Krankheit boͤsartiger in ſuͤdlichern Laͤndern. Nach Barbarel herrſcht der Milzbrand auch auf den europaͤiſchen Inſeln. Bertin beobachtete die moͤrderiſche Wuth des Milzbrandes auf den weſtindiſchen Inſeln Guade⸗ loupe und Domingo, wo die Geneigtheit des thieriſchen Koͤr⸗ pers zum Milzbrande ſo groß iſt, daß dieſe Krankheit leicht zu jeder Verwundung hinzutritt. In Afrika, in Agypten und Nubien herrſcht die Krankheit oft ganz allgemein. Von Aſien haben wir Nachrichten durch Pallas Reiſebeſchreibungen. Nach ihm herrſcht daſelbſt unter verſchiedenen Gattungen von Thie⸗ ren oͤfters allgemein eine Krankheit, die ſich bis auf die Men⸗ ſchen fortpflanzt, wobei ſich Beulen bilden, die brandig wer⸗ den und weshalb alle davon Ergriffene ſterben muͤſſen.