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Seuche als Milzbrand und ſchreibt die Entſtehung der zu gro⸗ ßen jaͤhling eingetretenen Hitze zu, nachdem der Fruͤhling außerordentlich regneriſch war.— Im Jahre 1763 graſſirte nach Rumpels Mittheilungen der Milzbrand im ſaͤchſiſchen Chur⸗ kreiſe mitten unter der wahren Rindviehſeuche. In demſelben Jahre beobachtete Nicolau in Frankreich den Milzbrand, wel⸗ cher alle Arten Vieh befiel.— Im Jahre 1790 wuͤthete dieſe Krankheit in den Niederlanden und Flandern und in den Jah⸗ ren 1774 und 1775 in Frankreich faſt ohne Ausnahme unter denſelben Bedingungen, bei heißer duͤrrer Witterung nach vor⸗ ausgegangenen Überſchwemmungen oder haͤufigen Regenwettern. — Adami beobachtete 1776 in Niederoͤſtreich dieſelbe Seuche und ſchreibt ihr Entſtehen der anhaltenden Hitze und Duͤrre des Sommers, dem Mangel an gehoͤriger Traͤnkung, dem weiten Treiben des Viehes und dem darauf folgenden jaͤhen, ſtarken Saufen, ſo wie auch dem naͤchtlichen Austrieb auf die im damaligen Sommer 1776 mehr, öfter und kaͤlter bethauet geweſenen Weiden zu.— Glaſer beobachtete 1778 im ſaͤchſi⸗ ſchen Amt Suhla die von ihm benannte Knotenkrankheit, welche nichts anders als der Milzbrand geweſen ſein kann.— In Schleſien herrſchte der Milzbrand 1782, 83, 87, 88, 89 und 1790.— Kauſch beobachtete die Krankheit und leitete die Be⸗ handlung. Ihm verdanken wir eine ſehr werthvolle Schrift uͤber dieſe Krankheit. Als Urſachen derſelben giebt er an, die anhaltende Hitze und Trockenheit des Sommers, Mangel an gehoͤriger Traͤnkung, ſchlechtes Waſſer u. ſ. w.— Die außer⸗ ordentliche Hitze im Jahre 1793 war die Urſache, daß der Milzbrand in Frankreich unter dem Vieh wuͤthete.—
Die franzoͤſiſchen Arzte beobachteten den Milzbrand fruͤher genauer als die deutſchen und lieferten treffliche Beſchreibun⸗ gen dieſer Krankheit. Die Toͤdtlichkeit, ſo wie das oͤftere ſeu⸗ chenartige Auftreten derſelben erregte ſehr bald die Aufmerk⸗ ſamkeit vieler Ärzte, auf welche Art mehrere Schriften uͤber dieſen Gegenſtand entſtanden. Die vorzuͤglichſten Schriftſteller, die uͤber den Milzbrand ſchrieben, ſind: Barbet, Bertin, Cha⸗ bert, Chaignebrun, Gerard, Guerſaut, Gilbert, Mauchard, Nicolau, Paulet, Sauvages u. A.— Indeſſen blieben die deutſchen Arzte nicht zuruͤck und lieferten treffliche Beſchreibun⸗ gen und Abhandlungen uͤber den Milzbrand. Unter Andern ſchrieben daruͤber: Adami, von Am⸗Pach, Haller, Hartmann, Lappe, Lux, Kauſch, Laubender, Sauder, Schwab, Waldin⸗ ger, Woͤhler.


