VIII
Kranken auszugeben. Im entgegengeſetzten Falle iſt er nie gegen Betrug und gegen Ungluͤck in ſeinem Heilver⸗ fahren geſichert. Er gleicht einem Maler, dem es von der Obrigkeit anbefohlen wird, ſeine Farben, die er ſorg⸗ faͤltig und mit beſonderer Kunſt ſelbſt bereitet, und welche innig mit ſeiner Kunſt verbunden ſind, ohne die er ſeine Kunſt nicht mehr in der Trefflichkeit auszuuͤben im Stande iſt, auf gut Gluͤck von einem Fremden zu kaufen.
Von der Nothwendigkeit des freien Selbſtdispenſi⸗ rens bin ich auch bei der Behandlung des Milzbrandes von neuem dergeſtalt uͤberzeugt worden, daß ich mir dieſe Überzeugung nie werde nehmen laſſen. Um Verſuche zu machen, theils den Milzbrand zu heilen, theils aber auch, und vorzuͤglich, um dieſe Krankheit wo moͤglich zu verhuͤten, waren Tauſende von Gaben eines und deſ⸗ ſelben Mittels erforderlich bei ſolcher Menge Vieh. Da⸗ her war es noͤthig, wenn der wahre Nutzen des homoͤo⸗ pathiſchen Heilverfahrens ſich im ganzen Umfange klar herausſtellen ſollte, weit uͤber 100 Glaͤschen mit An⸗ thracin befeuchteter Streukuͤgelchen unangefochten abge⸗ ben zu duͤrfen. Nehmen wir aber auch nur 100 Glaͤs⸗ chen mit den arzneilichen Streukuͤgelchen angefuͤllt, ſo wurde ſich folgende Berechnung herausſtellen. Jedes Glaͤs⸗ chen war mindeſtens mit 2000 Streukuͤgelchen gefuͤllt. Die Doſis, die ich bei eingetretenem Milzbrande und auch


