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Was ſpeciell die Lage der grundbeſitzenden Bevölkerung der Gemeinde Unter⸗Schönmattenwag, wovon 93 pCt. auf Nebenverdienſte angewieſen ſind, an⸗ langt, ſo geht aus den vorausgegangenen Erörterungen ohne Schwierigkeit hervor, daß die Erwerbsverhältniſſe derſelben zurückgehen. Das vorhandene land⸗ und forſt⸗ wirthſchaftlich benutzte Areal vermag den vorhandenen zahlreichen Arbeitskräften eine auskömmliche Beſchäftigung nicht zu bieten; der vorhandenen und in zahlreichen Haus⸗ haltungen ausgeübten Hausinduſtrie wird allmälig die Exiſtenz⸗Baſis entzogen und die Zeit dürfte nicht mehr ferne ſein, wo ſich ein großer Theil dieſer Arbeitskräfte gezwungen ſehen wird, auszuwandern oder ſich auswärts, mit vorläufiger Zurück⸗ laſſung der Familie, Verdienſtgelegenheiten zu ſuchen.
Auf der andern Seite unterliegt es dagegen keinem Zweifel, daß durch Anlage einer Secundärbahn dem Laufe des Ulfenbaches entlang, die Unternehmungsluſt ge⸗ weckt, daß neue Induſtrieen geſchaffen und die vorhandenen einen neuen Aufſchwung nehmen würden und daß ſomit im Thale ſelbſt ausreichende Verdienſtgelegen⸗ heiten nicht allein für die überſchüſſigen Arbeitskräfte der Gemeinde Unter⸗Schön⸗ mattenwag, ſondern auch für diejenigen der ganzen Umgegend geſchaffen werden könnten.
Bei der heutigen Schlußberathung, der außer den Unterzeichneten der Großh. Amtmann Bichmann von Heppenheim, das Kreisausſchußmitglied Johann von Ober⸗ Schönmattenwag, der Bürgermeiſter und der Ortsgerichtsvorſteher von hier bei⸗ wohnten, wurde Weſentliches zu dem vorſtehenden Bericht nicht bemerkt.
Unter⸗Schönmattenwag, den 5. Auguſt 1886.
Jaup, Geheimerath. Dr. Aug. Heidenreich.


