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Die wenigen größeren Wirthſchaften halten ſich bei der Bewirthſchaftung des weniger guten Ackerlandes an eine beſtimmte Fruchtfolge: Kartoffeln und Buchweizen, Korn, Hafer, und benutzen ihre im Thale gelegenen Grundſtücke in ziemlich freier Wirthſchaft zum Anbau der übrigen Producte.—
Die mittleren und kleineren Beſitzer halten ſich dagegen ein oder zwei ihrer beſten, dem Orte näher gelegenen Grundſtücke zum wechſelnden Anbau von Weißkraut, Gelberüben, Erdkohlraben und Hanf und das übrige Ackerland zum Anbau von Kar⸗ toffeln und Korn in regelmäßiger Abwechſelung.
Rothlee wird ſelbſt von den größeren Beſitzern nur ausnahmsweiſe und nicht in regelmäßiger Wiederkehr angebaut.
d. Der landwirthſchaftliche Betrieb kann im Allgemeinen ein rationeller nicht genannt werden. Es ſind zwar auch in Unter⸗Schönmattenwag einige beſſer geleitete Wirthſchaften, aber im Allgemeinen läßt der Zuſtand derſelben Vieles zu wünſchen übrig. Der wichtigſte Zweig des landwirthſchaftlichen Betriebes in Unter⸗Schön⸗ mattenwaag iſt bei dem großen und ertragreichen Wieſenbeſitz naturgemäß die Vieh⸗ haltung und gerade mit ihr könnte es um Vieles beſſer beſtellt ſein. Die Zahl der vorhandenen Thiere könnte bei der vorhandenen Vertheilung des landwirthſchaftlich benutzten Bodens ja genügen(es kommen ca. 1 Stück Großvieh auf 1,8 Hectar), aber ihre Haltung(Ernährung und Pflege) iſt weit davon entfernt eine rationelle zu ſein. Bei einer verſtändigen, anhaltenden Verwendung geeigneter Kraftfuttermittel könnten die Erträge aus dem vorhandenen Viehmaterial mehr als verdoppelt werden und was das bedeuten will, kann aus den Anlagen zu Frage IX erſehen werden. Durch eine rationellere Behandlung der Wieſen(regelmäßige Düngung und richtige Bewäſſerung) und manche Verbeſſerungen in der Anlage könnten ſehr viel höhere Erträge gewonnen werden.
Ein weſentlicher Mißſtand, welcher ſich in der Bewirthſchaftung des in der Gemarkung gelegenen Ackerlandes recht empfindlich fühlbar macht, beſteht auch in den ſchlechten Feldweganlagen. Es wurde Seitens des Ortsvorſtandes ſ. Zt. verſäumt, die Frage der zweckmäßigeren Veranlagung der Feldwege gelegentlich der im Jahre 1847 vorgenommenen Parcellenvermeſſung zu regeln und ſo iſt dieſelbe auch heute noch ungelöſt zum großen Schaden der Mehrzahl der Grundbeſitzer.
Der Viehhandel in der Gemeinde iſt ziemlich lebhaft, da verhältnißmäßig wenig Rindvieh nachgezogen wird. Derſelbe liegt faſt ausſchließlich in den Händen der Juden und bildet ſehr häufig den Ausgangspunkt wucherartiger Creditoperationen (ſiehe Anlage III zu Frage IX).
Die Schweinezucht iſt unbedeutend. Der Bedarf an Einlegeferkeln wird in der Regel in den Nachbarorten gedeckt.
Der Obſtbau hat trotz der großen Zahl an Obſtbäumen, welche meiſt junge, nicht tragfähige Bäume ſind, keine große Bedeutung. Die mehr im Thale ge⸗ legenen Bäume leiden häufig an ſpäten Frühjahrsfröſten; die etwas höher gelegenen Anlagen geben beſſeren Ertrag. Die Baumanlagen ſelbſt laſſen Manches zu wünſchen


