Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen

.,

9

a. Obwohl Brände von Bedeutung ſeit mehr als 60 Jahren in Schwanheim nicht vorgekommen ſind, haben die meiſten Landwirthe ihr Mobiliar und ihre Producte bei der Aachen⸗Münchener Feuerverſicherungsgeſellſchaft oder bei der Providentia verſichert.

Hagel⸗ und Viehverſicherung finden nicht ſtatt.

b. Lebens⸗, Alters⸗ und Rentenverſicherung haben in der Gemeinde Schwanheim noch keinen Eingang gefunden.

Frage VI.

In welcher Weiſe befriedigen die Landwirthe in der Regel ihre Creditbedürfniſſe hinſichtlich des Real⸗ und des Perſonalcredits und welches ſind bei beiden Arten des Credites die gewöhnlichſten Darlehens⸗ bedingungen in Bezug auf Zeitdauer und Zinsfuß und werden dabei auch Amortiſationsfriſten(Güterziele) angewendet?

Beinahe ſämmtliche hypothekariſchen Darlehen ſind aus dem Vermögen der Schwanheimer Kirche und aus der Zwingenberger Sparkaſſe aufgenommen. Letztere verleiht auch bis 100 Mk. auf 2 Jahre gegen Bürgſchaft. Der hypothekariſche Zins⸗ fuß pflegt 4 ½ bis 5 pCt., der beim Mobiliarcredit ſtets 5 pCt. zu betragen. Wucheriſche Darlehen dürften in Schwanheim kaum vorkommen.

Frage VII.

a. Wie ſtehen im Allgemeinen die Arbeits⸗ und Geſindelöhne in der Gemeinde, genügt die ortsanſäſſige Bevölkerung zur Beſtreitung der landwirthſchaftlichen Arbeiten oder ſind fremde Arbeiter nöthig und wo⸗ her kommen letztere?

b. Iſt für die landwirthſchaftliche Bevölkerung Gelegenheit zum Nebenverdienſt vorhanden, event. haben dieſe Nebenverdienſte(Arbeiten im Wald, Hausinduſtrie, Fabrikbetriebe, Fuhrweſen ꝛc.) eine beſondere Bedeutung für den Wohlſtand der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung und der Gemeinde im Allgemeinen?

c. Gibt es Landwirthe in der Gemeinde, die mit Rückſicht auf den Umfang und die Rentabilität ihres landwirthſchaftlichen Betriebes an ſich auf Nebenverdienſt und Tagelöhnerarbeit angewieſen wären, ſolche Arbeiten aber aus Standesvorurtheil, Trägheit ꝛc. nicht ausführen?

a. Der Taglohn ſtellt ſich im Durchſchnitt, wenn keine Koſt gegeben wird, auf 1,60 Mk. für den Mann und 1,20 Mk. für die Frau.