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lich noch mancherlei Verbeſſerungen möglich. Ferner iſt als ſehr bedauerlich zu be⸗ zeichnen, daß die durch den Froſtſchaden des Winters 1879/80 zu Grunde gegangenen Obſtbäume noch lange nicht erſetzt ſind.— Die Haltung von Arbeitspferden dürfte zweckmäßig bei manchen Gütern etwas eingeſchränkt, oder durch Zugochſen bezw. Zug⸗ kühe erſetzt werden. Auch bei der Auswahl der Zuchtthiere, der Fütterung und Pflege des Viehſtandes, dem Bezug der Wirthſchaftsbedürfniſſe und der Verwerthung der Producte kommen gewiß mancherlei Fehler vor.— Ferner iſt zu rügen, daß wohl der größere Theil der Schwanheimer Landwirthe keine geordnete Buchführung hat, obwohl eine ſolche unbeſtreitbar eine vorzügliche Lehrmeiſterin und Rathgeberin iſt. Endlich iſt noch zu bemerken, daß behufs Schonung der Zugthiere und Wagen eine Verbeſſerung der Feldwege wünſchenswerth wäre, und daß dem Schutz des Holzwerks auf den Hofraithen für die Folge durch Imprägnation Rechnung getragen werden ſoll.
Frage II.
a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäſſigen Landbau treibenden Bevölkerung?
b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung eingetreten?
c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗ theilung zu erkennen, welche Umſtände haben letztere veranlaßt, z. B. das geltende bäuerliche Erbrecht, die üblichen Syſteme des ehelichen Güterrechts oder der Zuſammenkauf von Grundſtücken?
d. Iſt ein Theil der Gemarkung Allmendland und welchen Einfluß hat die Benutzung des letzteren auf die Lage der Bevölkerung?
a. Die Gemarkung Schwanheim umfaßt, wie ſchon die Einleitung beſagt, 344 Hectar Acker und Wieſe. Die Zahl der Haushaltungen mit Landwirthſchaft beträgt 142. Es berechnen ſich demnach, unter der Vorausſetzung, daß die Schwanheimer Gemeindeglieder in anderen Gemarkungen etwa ebenſo viel Grundbeſitz haben, als auswärtige Gemeindeangehörige in der Gemarkung Schwanheim, auf eine Haushaltung durchſchnittlich etwa 2,42 Hectar. Dieſe Fläche erſcheint natürlich nicht ausreichend, um die auf eine Durchſchnittshaushaltung entfallenden Perſonen, welche ſich nach einer Ermittelung bei den 72 Haushaltungen, deren Einkommen vorzugsweiſe aus der Landwirthſchaft fließt, etwa auf 3 Erwachſene und 2 Kinder ſtellen, zu beſchäftigen und zu ernähren. Dementſprechend betreibt auch eine große Zahl Schwanheimer Ein⸗ wohner noch andere Erwerbszweige als die Landwirthſchaft, und finden namentlich viele derſelben in den nahen Großherzoglichen Waldungen guten Verdienſt.


