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Frage I.
a. Welche Bodenverhältniſſe zeigt die Gemarkung, welchen Character hat das Klima und wie iſt hiernach im Allgemeinen die Fruchtbarkeit der Ländereien; iſt letztere ſehr günſtig, mittel oder gering?
b. In welchem Verhältniß ſtehen die verſchiedenen Arten des Kulturlandes— Acker, Wieſen, Weiden, Rebland ꝛc.— zu einander und iſt dieſes Verhältniß im Allgemeinen als ein wirthſchaftlich günſtiges zu bezeichnen?
c. Welches ſind die hauptſächlichſten Producte der Landwirthſchaft, bezw. welche Productionsrichtungen machen ſich im landwirthſchaftlichen Betriebe der Gemeinde vorzugsweiſe geltend?
d. Iſt der landwirthſchaftliche Betrieb im Allgemeinen ein rationeller zu nennen, oder haften ihm weſentliche Mängel an und welche?
Stehen letztere u. A. mit einer ſehr weit gehenden Parcellirung der Grundſtücke und dem herrſchenden Flurzwang in Zuſammenhang?
a. Der Boden der Gemarkung Schwanheim iſt durchweg Schwemmland, der Quartiärformation, ſpeciell vorwiegend dem Thon⸗ und Kleiboden, zum Theil auch dem jüngeren Sand*) angehörend, und landwirthſchaftlich größtentheils als Lehm⸗ boden, aber an manchen Stellen auch als Thonboden, ſandiger Lehm⸗ bezw. lehmiger Sandboden zu bezeichnen. Die ſüdliche Spitze der Gemarkung(Fluren 4 und 5) neigen etwas zu Näſſe, jedoch genügen Waſſerfurchen im Verein mit den vorhandenen Abzugsgräben, um ſie vor Verſumpfung zu bewahren.
Die klimatiſchen Verhältniſſe ſind günſtig, wie es nach der geographiſchen Breite, der geringen Meereshöhe, der Nähe des Rheins, ſowie ausgedehnter Waldungen und dem Schutz, welchen der Odenwald gegen Oſten gewährt, zu erwarten iſt. Die Feld⸗ arbeiten beginnen meiſt Ende Februar, und man kann faſt beſtimmt darauf rechnen, dieſelben bis Mitte November fortzuſetzen. Sonnenſchein und Regen wechſeln in der Regel angemeſſen ab, und Hagelſchäden zählen zu den Seltenheiten.
Das Terrain iſt ſehr eben, der Boden tiefgründig, größtentheils luzerne⸗ ſowie rothkleefähig, und die durchſchnittliche Fruchtbarkeit der Gemarkung als recht gut zu bezeichnen.
b. Es gieht— den Wald ausgenommen— in der Schwanheimer Gemarkung im Weſentlichen nur 2 Arten von Culturland, nämlich Aecker und Wieſen, die ſich etwa verhalten wie 20: 1. Dieſes ungünſtige Verhältniß wird jedoch dadurch ge⸗ beſſert, daß die Schwanheimer Landwirthe in auswärtigen Gemarkungen relativ mehr Wieſen beſitzen. Immerhin iſt ihr Wieſenbeſitz knapp zu nennen. Die Wieſen der Gemarkung Schwanheim ſind mittlere Feldwieſen und für Bewäſſerung eingerichtet.
*) Nach den Bezeichnungen von Ludwig.


