Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
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ſeits über 1100 Mk. Capitalrentenſteuer bezahlt wird, was auf ein Capitalvermögen von über 1500000 Mk. ſchließen laſſen würde, ſo erſcheint es unbegreiflich, wie ſich der Zinsfuß hier ſo hoch halten kann, da er doch ſonſt überall zurückgeht.

Frage VII.

a. Wie ſtehen im Allgemeinen die Arbeits⸗ und Geſindelöhne in der Gemeinde, genügt die ortsanſäſſige Bevölkerung zur Beſtreitung der landwirthſchaftlichen Arbeiten oder ſind fremde Arbeiter nöthig und wo⸗ her kommen letztere?

b. Iſt für die landwirthſchaftliche Bevölkerung Gelegenheit zum Nebenverdienſt vorhanden, event. haben dieſe Nebenverdienſte(Arbeiten im Wald, Hausinduſtrie, Fabrikbetriebe, Fuhrweſen ꝛc.) eine beſondere Bedeutung für den Wohlſtand der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung und der Gemeinde im Allgemeinen?

c. Gibt es Landwirthe in der Gemeinde, die mit Rückſicht auf den Umfang und die Rentabilität ihres landwirthſchaftlichen Betriebes an ſich auf Nebenverdienſt und Tagelöhnerarbeit angewieſen wären, ſolche Arbeiten aber aus Standesvorurtheil, Trägheit ꝛc. nicht ausführen?

a. Die Taglöhne berechnen ſich im Allgemeinen durchſchnittlich pro Tag ohne Koſt aber mit ½ 1 Liter Wein:

für den Mann auf 1,20 Mk., 7 die Frau 2 0,80 1

Hierzu treten bei ſtändigen Arbeitern Nebenvortheile, z. B. Ueberlaſſung des Geſchirres zur Feldarbeit ꝛc.

An Geſinde werden bezahlt:

für einen Knecht jährlich 200 250 Mk., eine Magd 130 160 Viehwärter(Schweizer) erhalten jedoch gewöhnlich einen höheren Lohn. Die Koſt berechnet ſich für den Knecht auf ca. 300 Mk., die Magd 230

Für die regelmäßigen Arbeiten eines Morgens Weinberg werden 40 45 Mk. im Accord pro Jahr bezahlt.

Die ortsanſäſſige Bevölkerung genügt z. Z. vollſtändig zur Beſtreitung der landwirthſchaftlichen Arbeiten, nur z. Z. der Ernte werden 50 60 auswärtige Ernte⸗ arbeiter(vom Donnersberg und aus der Gegend von Pirmaſenz) von den größeren Beſitzern angenommen. Während dieſer Zeit haben die kleineren Beſitzer, die auf Nebenverdienſt angewieſen ſind, und deren Zahl recht bedeutend iſt, in der eigenen Wirthſchaft zu thun, außerdem übernehmen dieſelben bei ihrer verhältnißmäßig günſtigen