— 20—
Frage IX.
a. Wie geſtaltet ſich die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens bei großen, mittleren und kleineren(eigenen oder gepachteten) Gütern?
b. Wenn die Rentabilität als eine unbefriedigende erſcheint, ſind die Gründe zurückzuführen hauptſächlich auf
1. die Fruchtbarkeits⸗Verhältniſſe der Gemarkung,
2. die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke,
3. die im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit zu hohen Preiſe des Bodens,
4. einen mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb,
5. ein zu großes Gebäudecapital,
6. ungünſtige Arbeiterverhältniſſe,
7. ungünſtige Abſatzverhältniſſe(ſchlechte Preiſe, unrationelle Einrichtungen für den Abſatz u. ſ. w.),
8. frühzeitiges Zurückziehen der Eltern und Belaſtung der
Guüter mit hohen Altentheilen und Leibrenten,
9. beſondere unwirthſchaftliche Gewohnheiten der Landwirthe, z. B. zu ſtarke Pferdehaltung u. dgl.,
10. hohe Steuern und Umlagen und ſonſtige dem Commiſſär bekannt gewordene Verhältniſſe?
a. Zum Zwecke der Beantwortung der Frage IX wurden zwei Wirthſchaften aufgenommen, ein mittleres Bauerngut und ein Taglöhnergütchen, um an dieſen zwei Beiſpielen zur Feſtſtellung aller auf die Frage bezüglichen Verhältniſſe und Thatſachen zu gelangen, ſiehe Anlagen I und II. Es wurde bei der Auswahl der Güter mit möglichſter Sorgfalt vorgegangen, um typiſche Wirthſchaften der Unterſuchung zu unterziehen. Dank der außerordentlich ſachkundigen Orientirung des Großh. Bürger⸗ meiſters dürfte dies auch gelungen ſein.
Die Erhebungen, welche nach Anweiſung des Commiſſärs zu deſſen Erleichterung während ſeiner Reconvalescenz von J. Urban, früherem Schüler der Ackerbauſchule Darmſtadt, gemacht worden ſind, führten zu dem der Wirklichkeit wohl entſprechenden Ergebniß, daß die Taglöhnerfamilie ſich ungleich beſſer ſtellt, als die Bauernfamilie.
Bezüglich der Thatſachen und Verhältniſſe im Einzelnen mag auf die Anlagen I und II verwieſen ſein und ſoll hier nur Folgendes als zur unmittelbaren Beant⸗ wortung der Frage gehörig hervorgehoben werden.


