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c. Die üblichen ſonſtigen Pachtbedingungen wirken nicht erſchwerend auf die Pächter.
Frage V.
a. In welcher Weiſe pflegen die Landwirthe ihre Mobilien und Producte gegen Feuer, ihre Früchte gegen Hagel und ihren Viehſtand gegen Unfall zu verſichern?
b. Hat die Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung Eingang in der Gemeinde gefunden, event. in welcher Weiſe und welchem Umfange?
a. Die Landwirthe haben ihre Mobilien und Producte meiſtens bei der Aachen⸗ Münchener Feuerverſicherung und der Geſellſchaft Providentia verſichert, einige wenige bei der Magdeburger. Gegen Hagel waren früher keine Landwirthe verſichert. Erſt in den letzten Jahren haben einige damit angefangen. Das Vieh iſt ſämmtlich in der Ortsviehverſicherung verſichert.
Die Verſicherungsprämie der Gemeindeviehverſicherung wird in der Weiſe er⸗ hoben, daß bei eintretendem Schaden der zu leiſtende Erſatz auf die Mitglieder im Verhältniß ihrer Verſicherungsſumme ausgeſchlagen wird.
b. Die Lebens⸗, Alters⸗ und Rentenverſicherung hat noch keinen Eingang ge⸗ funden.
Frage VI.
In welcher Weiſe befriedigen die Landwirthe in der Regel ihre Creditbedürfniſſe hinſichtlich des Real⸗ und des Perſonalcredits und welches ſind bei beiden Arten des Credites die gewöhnlichſten Darlehens⸗ bedingungen in Bezug auf Zeitdauer und Zinsfuß und werden dabei auch Amortiſationsfriſten(Güterziele) angewendet?
Die gegen Verunterpfändung von Immobilien aufgenommenen Capitalien ſind mit wenigen Ausnahmen von der Sparkaſſe zu Groß⸗Gerau. Das gegen Bürgſchein
geliehene Geld iſt weitaus zum größten Theil von der Darlehnskaſſe in Ginsheim. Von der Sparkaſſe Groß⸗Gerau waren an Ginsheimer Einwohner Ende 1879
ausgeliehen auf Hypotheken............. 2/1439 Mk. in 1880 wurden neu ausgeliehen............ 21200„ 292639 Mr.
zuriickbezahlt wurden....... 18707„ Reſt Ende 1880.. 273052 Mk.
in 1881 wurden neu ausgeliehen 11900„ 285852 Mk.
zurückbezahlt wurden........ 9037„
Reſt Ende 1881.. 276795 Mk.


