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Regen⸗ Schneetage
Winter.... 31,— 13,10 Frühjahr... 40,80 4 93 Sommer. 43,—— Herbſt 38,—
Jahresmittel. 152,80
Die Fruchtbarkeit der Felder darf wohl an und für ſich mit Ausnahme des geringen Sandes, welcher aber nur in geringer Ausdehnung vorhanden iſt, eine durch⸗ aus günſtige genannt werden. Die Unſicherheit und Schwierigkeit der Erträge in Folge der häufigen Hochwaſſer aber drückt dieſe gute natürliche Anlage in um ſo fühlbarerer Weiſe herunter, als die maßgebenden Marktverhältniſſe eine von Jahr zu Jahr wachſende Häufung und ſtetige Verbilligerung der landwirthſchaftlichen Er⸗ träge fordern müßten.
b. Die Gemarkung Ginsheim weiſt nur zwei Arten von Culturländereien auf: Ackerland und Wieſen, im Verhältniß wie 5: 1. Letztere liegen meiſt außerhalb der Dämme— Stromwieſen—, die innerhalb der Dämme liegenden ſind tiefe, dem Druckwaſſer ſtark ausgeſetzte Stellen.
Die Wieſen außerhalb der Dämme ſind Gemeindegut. Ein Theil der Crescenz wird auf dem Halm verſteigert; dabei gelangen jährlich immerhin bis zu 2800 Centner Heu nach Auswärts. Im Intereſſe der Ginsheimer Landwirthe muß dem Wunſch Ausdruck gegeben werden, daß die Landesculturtechnik Mittel und Wege finden möchte, das Areal überfluthbarer Wieſen, dieſer unſchätzbarſten Düngerlieferanten, wirthſchaft⸗ lich noch möglichſt zu erweitern.
c. Die hauptſächlichſten Producte ſind Getreide und hiervon wieder in erſter Linie Gerſte. Dann folgen Kartoffeln. Dem Obſtbau wird ſeit einigen Jahren eine im höchſten Maße anzuerkennende Aufmerkſamkeit gewidmet. So erhielten gelegentlich des 50 jährigen Jubiläums des Gartenbauvereins die Gemeinde und 3 Private Prämien.(Die Gemeinde und 1 Privatmann goldene Medalllen.)
Die Rindviehhaltung in der Gemeinde Ginsheim zielt im Weſentlichen weniger auf Milchproduction, als auf Aufzucht. Es ſucht jeder Landwirth im Jahr 1 bis 2 Stück Großvieh verkaufen zu können. Die Milch wird in üblicher Weiſe zu Butter und Käſe verarbeitet. Der Preis für Butter iſt durchſchnittlich 90 Pf. pro Pfund. Die Matten gelangen, ſoweit ſie nicht in der Haushaltung als Käſe verbraucht werden, als ſolche zum Verkauf und werden von Groß⸗Gerauer Käſefabrikanten zu 10 Pf. pro Pfund abgeholt.
Die Pferdehaltung iſt etwas ſtark und hat in den letzten Jahren, auf Koſten der Verwendung von Kühen zum Zuge, noch zugenommen. Es hat dieſe immerhin bedenkliche Erſcheinung wohl hauptſächlich darin ihren Grund, daß ein großer Theil des Feldes ſehr abgelegen iſt. Die Gemarkung erſtreckt ſich bis an die 5 Kilometer vom Dorf abliegende Mainmündung und iſt gerade dieſer fern liegende Theil mit vom beſten Felde. Die Ungunſt dieſes Verhältniſſes wird noch durch den Umſtand ver⸗ ſchärft, daß bei ſchlechten Wegen ſelbſt die Straße über Biſchofsheim benutzt werden


