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den tieferen Lagen vorzügliche Wieſen. Alles übrige fällt ab vom gut eultivirten humoſen Roggenboden bis zum ſchlechten, leichten, humusarmen Sandboden. Das Terrain der Hauptſache nach eben, dacht ſich langſam nach dem Main zu ab.
Bei günſtigem Clima, wie überall in der ſüddeutſchen Tiefebene, iſt die Frucht⸗ barkeit verſchieden, wie die beſchriebenen Bodenarten.
b. Mühlheim hat nur 2 Culturarten— Acker und Wieſe— das Verhältniß des Ackers zur Wieſe iſt wie 3:1 wird aber ungünſtig, da faſt ⅛ der Wieſen als ſehr geringe zu bezeichnen ſind.
Ein großer Theil dieſer geringen Wieſen iſt nun noch als Gemeindeeigenthum verpachtet, was eine Hebung derſelben für die Dauer verhindert. Es wird im Uebrigen fleißig mit Compoſt und Pfuhl gedüngt und eine möglichſt große Nutzung angeſtrebt.
c. Korn und Kartoffeln ſind die hauptſächlichſten Producte des Landbaues. Etwas Weizen, auch Rüben(Dickwurz) zum Bedarf wird gebaut. Luzerne und Klee erſcheinen nur vereinzelt, wie auch der Anbau der Sommerfrüchte.
Thierzucht wird nur ganz vereinzelt betrieben und liegt der Schwerpunct der geſammten Production in der Milchwirthſchaft, welche, angeregt durch die Nähe der Städte, ſich als Baſis des landwirthſchaftlichen Betriebes herausgebildet hat. Be⸗ einträchtigt wird das Erträgniß aus der Milchwirthſchaft durch den Mangel an Nachzucht.
Nachdem die Kühe einige Jahre kalben gelaſſen, wird die Kuh fett gemacht und für das Erträgniß der fetten Kuh eine friſchmilchende gekauft, wobei meiſtens ein Bedeutendes zugelegt werden muß.
Die Productionsverhältniſſe des Landwirthſchaftsbetriebes geben kurz recapitulirt folgendes Bild: Kartoffeln, Korn und Milch, das ſind die Producte, welche zum Verkauf gebaut werden, reſp. producirt werden von den geſpannfähigen Grundbeſitzern in Mühlheim.— Ein Fruchtwechſel exiſtirt(Hackfrucht, Halmfrucht), eine Fruchtfolge nicht. Bei den meiſten Landwirthen dürfte aber wilde Wirthſchaft, bedingt durch die Dungvorräthe und das jeweilige Bedürfniß, üblich ſein.
d. Wie es bei dem allgemeinen Verhältniß in Bezug auf die Erwerbsthätigkeit der Bevölkerung nicht anders der Fall ſein kann, iſt der Typus der einzelnen Land⸗ wirthſchaftsbetriebe ein grundverſchiedener, je nachdem die Landwirthſchaft Haupt⸗ oder Nebenbeſchäftigung iſt, immerhin muß jedoch anerkannt werden, daß das Bemühen, durch regelmäßige Düngung und gute Bearbeitung möglichſt gute Ernten zu erzielen, vorherrſchend iſt, was ſchon daraus erhellt, daß viel Dung auch hie und da Latrine aus Offenbach geholt wird. Künſtlicher Dünger wird nicht verwendet.
Die Gemarkung iſt in Gewanne gelegt und überall ſind durch Gewannwege die Ackerſtücke zugänglich gemacht, ſo daß Flurzwang nicht mehr vorhanden iſt; aber die Parcellirung iſt doch ſo groß— es gehen durchſchnittlich 20 Parcellen auf den Hectar—, daß rationeller landwirthſchaftlicher Betrieb abſolut ausgeſchloſſen erſcheint.
Durch Anbau von Luzerne auf den beſſeren Lagen, eventuell Deutſchklee und von Incarnatklee mit Korn gemiſcht auf geringerem Boden zur Grünfütterung iſt dem Futterbau genügende Beachtung zu Theil geworden, wenn er auch in noch größerer


