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bedeutender. Im vorigen Jahre wurden von den 60 Mitgliedern des in Guntersblum beſtehenden Conſumvereines für 62000 Mk. Futterartikel und Düngemittel bezogen.
Im Allgemeinen findet man hier keine unwirthſchaftlichen Gewohnheiten, es müßte denn der Verbrauch von Wein dazu gerechnet werden. Bei der heiteren und lebensfrohen Art, die Rhein⸗ und Weinländer auszeichnet, und bei der Gaſtlichkeit die hier gefunden wird, iſt der Verbrauch von Wein größer, als dieſes in weniger ge⸗ ſegneten Gegenden gefunden wird.
Rentabilitätsberechnung nach dem 10jährigen Durch⸗ ſchnittsertrage.
Nach dem 10jährigen Durchſchnittsertrage, mit Zugrundlegung der ſeatiſtiſchen Ernteberichte und den ermittelten Durchſchnittspreiſen der letzten 6 Jahre des Marktes von Mainz, zeigt die Rente ein anderes Bild und beträgt:
bei dem größeren Gut 0,80 pCt., „„ mittleren„ 1,50„ „„ kleineren„ 2,85„
Bei der Geldrechnung wurde der Mehr⸗ beziehungsweiſe Minder⸗Erlös inſofern
berückſichtigt, daß dieſer zugeſetzt oder abgezogen wurde.
Frage X.
Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landw. Bevölkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maßnahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen?
Die beantworteten Fragen— ſiehe Fragen Ibis IX— ſollen ein annäherndes Bild der in der Gemeinde Guntersblum beſtehenden landwirthſchaftlichen Verhältniſſe geben und zeigen, daß:
a. dieſe Gemeinde ein wohlhabender Ort iſt,
b. die Beſitz⸗ und Vermögens⸗Verhältniſſe im Allgemeinen als günſtig zu be⸗ zeichnen ſind,
c. die Bodenverhältniſſe, mit Ausnahme der dem Rhein nahe und tief gelegenen
Felder, den mittleren Anforderungen auf Fruchtbarkeit entſprechen,
d. die Preiſe der Felder ſich in mäßigen Grenzen bewegen und e. der landwirthſchaftliche Betrieb vorherrſchend ein rationeller iſt.
Die Verſchuldung iſt, mit dem Werth des Grundeigenthums verglichen, nicht bedeutend. Die Landwirthe ſind meiſtens fleißig und ſparſam, die Arbeitskräfte nicht zu theuer, und ſind die Bewohner dadurch in der Lage, ihren jeweiligen Verpflich⸗ tungen nachzukommen.
Der Betrieb der Wirthſchaften zeigt, daß die meiſten Landwirthe den Anforde⸗ rungen, welche die Umgeſtaltung der landwirthſchaftlichen Verhältniſſe erfordert, nicht


