Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
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durch den Landwirthen die Gelegenheit ihren Beſitz zu vergrößern nur ſelten geboten wird. Auch die anſäſſigen Handwerker benützen ſolche Gelegenheiten um ihre Erſpar⸗ niſſe um jeden Preis in Grundbeſitz anzulegen. Aus den tabellariſchen Ueberſichten zu Frage IX geht freilich aber auch hervor, daß dieſe Landwirthſchaft und Gewerbe⸗ treibenden am ſtärkſten verſchuldet ſind. Einen weiteren Erklärungsgrund findet das beſtehende Mißverhältniß zwiſchen Bodenpreis und Bodenrente darin, daß ſehr viele mittlere und kleinere Landwirthe nicht kaufmänniſch rechnen und der Meinung ſind, bei einer kleinen Vergrößerung ihres Grundbeſitzes mit denſelben Betriebskoſten aus⸗ kommen zu können, was ja auch in manchen Fällen zutreffen mag, z. B. wo die vorhandenen Arbeitskräfte, das lebende und todte Inventar eine ſtärkere Ausnutzung noch geſtatten. Auch durch Zwiſchenhändler, welche Grundſtücke aufkaufen, um ſie zu höherem Preiſe wieder zu verkaufen, wird mitunter ein Einfluß auf die Preiſe geübt.

b. Die Preiſe ſind in den letzten 5 Jahren höher gegangen wie unter a bereits bemerkt, doch macht ſich der Aufſchlag hauptſächlich nur bei den beſſeren Bodenquali⸗ täten bemerkbar. Geringe Felder ſind manchmal nur ſchwer unterzubringen.

c. Der Umſatz iſt wie unter a bereits erwähnt kein großer. Ein Umſatz ohne berechtigtes Bedürfniß kommt inſofern vor, als die anſäſſigen Handelsleute mitunter Güter kaufen, um ſie zu höheren Preiſen wieder zu verkaufen.

Frage IV.

a. Nehmen die Pachtgüter einen erheblichen Umfang ein und ſtehen die Pachtpreiſe im richtigen Verhältniß zu dem Kaufpreiſe der Ländereien einerſeits und zur Ausnutzungsfähigkeit derſelben andererſeits, eventuell welche Urſachen wirken ſteigernd auf die Pachtpreiſe ein?

b. Welche Beſtimmungen gelten insbeſondere in Betreff der Dauer der Pacht, der Bezahlung der Steuern ꝛc., der Verſicherungsprämien, ſowie in Betreff vorzunehmender Meliorationen und etwaiger Pachtnach⸗ läſſe bei elementaren Unglücksfällen bei fiskaliſchem, ſtandesherrlichem und privatem Grundbeſitz?

c. Wirken die üblichen ſonſtigen Pachtbedingungen beſonders er⸗ ſchwerend für die Pächter oder nicht?

In der Gemeinde Fürfeld ſind ziemlich viele Pachtgüter. Der Pachtpreis be⸗ trägt ca. 3 pCt. des Kaufpreiſes. Die Pächter können bei rationeller Bewirthſchaf⸗ tung leidlich beſtehen, da die Pachtbedingungen günſtige ſind. Urſachen, welche ſteigernd auf die Pachtpreiſe wirken, ſind dem Commiſſär nicht bekannt geworden, eher wäre wohl anzunehmen, daß das häufige Angebot von Pachtgütern auf die Preiſe ernie⸗ drigend wirken müßte, obwohl ein Procentſatz von 3 des Kaufwerthes auch gewiß nicht als niedrig betrachtet werden kann.