Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
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d. Iſt ein Theil der Gemarkung Allmendland und welchen Einfluß hat die Benutzung des letzteren auf die Lage der Bevölkerung?

a. Wenn man die Größe der Gemarkung(458 Hectar) mit der Zahl der Haus⸗ haltungen(44) in Vergleich zieht, ſo entfällt auf eine Haushaltung ein Areal von 10 Hectar im Durchſchnitt, das eine mittlere Haushaltung ernähren und auch be ſchäftigen kann.

b. Die Vertheilung des Grundbeſitzes unter die einzelnen Beſitzer iſt ſchon unter Allgemeines angegeben und wird bei Beantwortung der Frage VIII näher erörtert werden. Ein Großgrundbeſitz iſt nicht vorhanden. Den Freiherren Riedeſel gehören ca. 11 Hectar Wald und 10 Hectar landwirthſchaftlich benutzter Boden, der, wie auch das Gelände der Pfarrei mit 3 ½ Hectar, einzeln verpachtet iſt. Die Gemeinde an ſich hat einen Beſitzſtand von ungefähr 14 Hectar.

Weſentliche Aenderungen im Beſitzſtand ſind in den letzten Jahren dadurch vor⸗ gekommen, daß mehrere Güter wegen Schulden oder Familienverhältniſſe zum Ver⸗ kaufe kamen und von anderen Einwohnern ganz oder theilweiſe erworben wurden.

c. Die Beſitzvertheilung kann als eine günſtige bezeichnet werden.

d. Das der Gemeinde gehörige Gelände beſteht aus ca. 1 Hectar Ackerland, das übrige ſind Wieſen oder Triften. Das Ackerland wird verpachtet, von den Wieſen wird das Heugras jährlich verſteigert, ein Theil derſelben iſt auch dem Faſſel⸗ ochſenhalter zur Fütterung des Faſſelviehes überlaſſen, die Triften dienen zum ge⸗ meinſchaftlichen Beweiden.

Früher war mehr Gemeindegelände vorhanden, wurde aber vor ungefähr 80 Jahren unter die Ortsbürger erblich vertheilt.

Frage III.

a. Welches ſind die durchſchnittlichen Preiſe für die einzelnen Boden⸗ qualitäten der verſchiedenen Culturländereien(Acker, Wieſe, Weide, Wein⸗ berg ꝛc.), erſcheinen dieſe Preiſe beſonders hoch oder beſonders niedrig und auf welche Urſachen ſind die bezüglichen Erſcheinungen zurückzuführen?

b. Welche Aenderungen in den Preiſen haben ſich in den letzten 5 Jahren vollzogen?

c. Pflegt ein ſtarker Umſatz in Liegenſchaften ſtattzufinden und liegt hierfür(ſ. a) ein berechtigtes Bedürfniß vor?

a. Nach den Ermittelungen der Großherzoglichen Centralſtelle für Landesſtatiſtik

hätten im Jahre 1877 die Kaufwerthe in Nieder⸗Moos betragen pro Hectar:

1. Gl. 2, Gl. 3. Cl. 4. Gl. Durchſchnitt. Ackerland 1370 Mk. 1020 Mk. 890 Mk. 680 Mk. 925 Mk. Wieſen 1710 1020 890 680 830

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