ſich dann auf beiden Seiten um 100— 150 Meter Höhe ohne gerade ſchroffe Höhen aufzuweiſen. Die Tiefen ſind durchgängig zu Wieſen und Weiden benutzt, doch finden ſich auch viele und gerade die beſſeren Wieſen an den Abhängen und Höhen im Ackerfeld die naſſen und feuchten Stellen der meiſtens großen Grundſtücke einnehmend. Der Wald iſt nicht bedeutend und liegt in mehreren Parcellen auf den Höhen und Abhängen in der Gemarkung zerſtreut. Der ſog. Nieder⸗Mooſer Teich, 33 Hectar groß, grenzt nur an die Gemarkung, liegt aber in der Gemarkung Ober⸗Moos; in der Gemarkung in der Richtung nach Freienſteinau haben die Freiherren Riedeſel noch einen Teich in der Größe von 1 Hectar angelegt, der aber im Grundbuch noch als Wieſe bezeichnet iſt. Die Höhenlage an den nördlichen Abhängen des Bergrückens zwiſchen Vogelsberg und Rhön, ſowie die Terrainverhältniſſe der Gemarkung ſelbſt, bedingen ein rauhes, kaltes Klima, doch iſt dasſelbe um vieles weniger rauh als das der benachbarten Gemarkungen Ober⸗Moos und Gunzenau.
Die Fruchtbarkeit iſt nur in der Nähe des Ortes eine mittlere, im großen Ganzen kann ſie nur als eine geringe bezeichnet werden, oft iſt ſie ſehr gering.
b. Es gibt nur zwei Arten Culturland in Nieder⸗Moos und zwar Aecker und Wieſen, ſehr wenig Gartenland. Das Verhältniß der Acker⸗ zu der Wieſenfläche iſt ungefähr wie 2:3, demnach ein für die Viehzucht günſtiges zu nennen. Der Ertrag der Wieſen iſt jedoch auch gering; künſtliche Wäſſerungsanlagen fehlen, es kommen zwar einige Wäſſerungsanlagen von dem Bach aus vor, ſie können aber nicht als regelrecht bezeichnet werden. Einem Theil der Feldwieſen werden von den Aeckern und unter dem Dorfe von dem Orte aus düngende Beſtandtheile bei Regenwetter zu⸗ geführt und von dieſen auch eine zweite Schur, nämlich Grummet, geerntet; der größte Theil der Wieſen wird nur einmal gemäht und dient dann als Hutweide für das Rindvieh.
c. Die hauptſächlichſten Bodenproducte der Landwirthſchaft ſind Wieſenheu und Getreide, von letzterem namentlich Korn, Gerſte und Hafer; von dieſen kommt ſelbſt bei guten Jahren wenig zum Verkauf. Alle übrigen Feldproducte, wozu Weizen, Erbſen, Kartoffeln, Rüben, Klee ꝛc. gehören, treten zurück und werden in der eigenen Wirthſchaft verbraucht. Ein Erlös aus Obſt kommt wenig oder gar nicht vor. Der Haupterlös kommt aus der Viehzucht, beſonders der Jungvieh⸗ und Schweinezucht. Der aus der Milch gewonnene Rahm wird verbuttert und dieſe meiſtens verkauft, die magere und ſauere Milch wird, inſoweit ſie nicht für den Haushalt erforderlich iſt, zum Verfüttern, beſonders für Schweine verwendet.
d. In der Regel wird die ſog. Vierfelder⸗Wirthſchaft betrieben, es folgen: 1. Korn oder Weizen, 2. Gerſte und Kartoffeln, 3. Hafer, Erbſen und Kartoffeln, 4. Klee, Flachs, Wurzelgewächſe oder Brache.
Der landwirthſchaftliche Betrieb iſt im Allgemeinen kein rationeller zu nennen, wenn auch einzelne Beſitzer ſich auszeichnen, mitunter ihre Wirthſchaften gut führen und vorwärts ſtreben. Die Grundſtücke ſind meiſtens groß, es kommt vor, daß Be⸗ ſitzer bis zu 8 Hectar an einem Stück haben. Die Grundbeſitzer ſind deshalb in der Bewirthſchaftungsweiſe von einander ziemlich unabhängig. Die Feldwege ſind jedoch


