Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
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für die augenblicklichen Verhältniſſe noch zu hoch, weil, wie bemerkt, Getreide und Kartoffeln den niedrigſten Stand der letzten 5 Jahre haben. Außerdem iſt zu be⸗ denken, daß noch mancherlei, wenn auch nicht abſolut nothwendige, ſo doch heut zu Tage unvermeidliche Ausgaben exiſtiren, die nicht in Rechnung gebracht werden konnten(Genußmittel, Vereinsbeiträge ꝛc.). Bei dem größeren Gute reicht der Ueber⸗ ſchuß zur Bezahlung der Zinſen für Kaufſchillingſchulden nicht aus, jedoch hat der Beſitzer nur im Hinblick auf eine ſichere Erbſchaft ſoviel Aecker zugekauft. Die Einnahmen ſetzen ſich zuſammen: aus Producten des

Ackerbaus zu der Viehzucht zu aus Taglohn zu Größeres Gut... 57,2 pCt. 37,6 pCt. 5,2 pCt. Kleineres Gut. 31,1 26,2 42,7

IV. Rentabilitäts⸗Berechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über den Rohertrag(excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte), die Productionskoſten und den Reinertrag.

a. Der Reinertrag beträgt:

bei dem größeren Gute..... 2,00 pCt. kleineren.... 0,77

Der Grund für den unverhältnißmäßig niedrigen Reinertrag des kleineren Gutes gegenüber dem größeren iſt nicht in einem geringeren Rohertrage zu ſuchen, ſondern hauptſächlich in dem im Verhältniſſe zum Grundcapital doppelt ſo hohen Gebäudecapital. Stände letzteres hier im ſelben Verhältniſſe zum Grundcapital, wie bei dem größeren Gute, ſo würden an Verzinſung 142 Mk. geſpart und ſtiege dann der Reinertrag auf 1,93 pCt.

b. Wenn man auch die abſolute Genauigkeit der ermittelten Zahlen anzweifelt, ſo iſt doch mit Sicherheit zu erſehen, daß eine normale Verzinſung des Grundcapitals hier nicht, und wahrſcheinlich auch in den allermeiſten Wirthſchaften nicht er⸗ reicht wird.

Urſachen dieſer niedrigen Verzinſung ſind:

1. Die verhältnißmäßig zu hohen Bodenpreiſe. Ich nehme an, daß die Boden⸗ preiſe dann zu hoch ſind, wenn bei einem Betriebe, wie er bei dem Bildungsgrade des dort eingeſeſſenen mittleren und kleineren Landwirths vorausgeſetzt werden kann unter Zugrundelegung der Durchſchnittspreiſe der letzten 10 Jahre für die land⸗ wirthſchaftlichen Producte nicht eine Grundrente in Höhe der üblichen Verzinſung ganz ſicher ſtehender Capitalien erreicht wird. Berückſichtigt man die große Zer⸗ ſplitterung der Grundſtücke, das Fehlen faſt aller Gewannwege, wodurch eine freie und rationelle Bewirthſchaftung faſt ganz unmöglich gemacht wird, ſo muß man wohl zu dem angeführten Urtheile über die Bodenpreiſe kommen, ſelbſt wenn man 3 pCt. als normal betrachten will.

2. Mangelhafter landwirthſchaftlicher Betrieb, wie in Frage I d ausge⸗ führt wurde.