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Ein demokratisches Volksblatt für Oberhessen und
Starkenburg.
den 11. November 189
Gießen, Sonntag,
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Glaubensbekenntniß eines conservativen Kan⸗ didaten, abgelegt in einer e von Wahlmännern der 2. sischen Kammer, am 17. Juli 1849. (Schluß)
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Des Reiches Verweser er sitzt tm Gestein,
Des Reiches Minister, sie schlafen am Main, Des Reiches Regentschaft, ste studirt bereits
Den Kuhreigen auf den Bergen der Schweiz. Apropos von der Schweiz, ich wag es zu sagen, Die dürfte eine Reorganisation vertragen, 9
Es gibt ein Sprichwort, dah heißt: der Hehler Ist ebenso schlimm, als der schlimmste Stehler, Drum, wenn uns die Schweiz noch ferner genirt, Wird sie von 10,000 Mann occupirt.
Baden ist ruhig und Schleswig Holstein
Kann schlagen sich mit den Dänen allein!
Wir sind willig, Rebellen zu lehren Gegen die Herrscher die Fäuste zu kehren.
Da Dänemark nicht mehr 13 Küste bedroht, Thut uns auch keine Flotte mehr noth;
Schaffe man dafür, jetzt wo man's kann, Ritteracademieen und Garden an.
Seh' man nach. Osten nichr, nach West,
Denn das ist das wahre Demokratennest. Rußland und Oesterreich und Preußen im Bund, Veherrschen den ganzen Erdenrund,
Um solchen Preiß und um solchen Kauf,
Wer gebe dafür nicht die Freiheit auf?
Dies, meine Herren, ist ehrlich mein Crede, Dem Ministerium geb' ich mein Veto.
In allen Dingen, ich halt' es für Pflicht, Nur, meine Herren, in einer nicht.
Die Einkommenstener, nimmt so man sie an, Nur gesetzliche Plünderung heißen kann,
Was hat denn der Staat nach dem Gelde zu fragen Das mir einst mein Vater notoriell übertragen? Die Mittelclasse, die Arbeiter- Brut
Ist's, die so schwer auf dem Staate ruht,
Die mögen denn auch, wie es Recht, und Pflicht, Am Einkommen geben, wir aber nickt.
Anm. Der Kandidat wird mit großer Majoritäl gewählt. Die ofstziellen Berichte der Wahlen ergeben, daß zwei Drittel der Abgeordneten zur 2. Kammer ebenfalls— mit großer Majorität gewählt wurden.
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Der uengebackene Neger⸗Kaiser Soulouque in Hayti und die stenographischen Be⸗ richte aus der St. Paulskirche.
Tranrtg, aber wahr!
Wie mancher Patriot hat nicht in den letzten Monaten Thrä⸗ nen deutsch⸗nationaler Rührung vergossen, wenn er die dicken Bände der stenographischen Protokolle aus der seligen Frankfurter National- Bersammlung durchblätterte und zwischen den Zeilen der einzelnen Reden und Anträge die inzwischen zu Grabe getragenen frommen März⸗Wünsche der deutschen Einheit und Freiheit als schwarz⸗roth⸗ goldene Gespenster wieder hervortreten sah! Welch' ein reicher Schatz von Geist und Wissen, von revolutionärem Advokaten⸗ und Litera⸗ ten⸗Talent und conservativ⸗staatsmännischer hämorrhoidalischer Pro⸗ fessoren⸗Gelehrsamkeit ist nicht unter dem Klatschen und Zischen der Gallerie auf der Tribüne der Paulskirche vergeudet worden, um nun als löschpapierne politische„Andachts⸗ Stunden“ neben dem Brockhausischen Conversations- Lexikon und Witschels Abend- und Morgensegen in den Familien- Bibliotheken zu vermodern! Es ist der alte Fluch der Deutschen, daß ste, wie Hölderlin sagt:„thaten⸗ arm und gedankenvoll“ sind. O Venedey und Eisenmann, und vor Allem o du bellender Welcker, du augenbrauenrollender, pathetisch orakelnder Gagern, o ihr drei schweinsledernen„meerumschlungenen“ Professoren Beseler, Waitz und du sauertöpfigtiefsinniger Dahlmann, die ihr bei der Fehlgeburt des deutschen Kaisers zu Gevattern stan⸗ det, wie habt ihr eure Perlen vor die Schweine geworfen, und wie
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haben die frechen Wühler Recht, wenn sie eure„verfassunggebende Reichsversammlung“ eine kannegießernde„Schwatz⸗Anstalt“ tauften und euch vorwarfen daß ihr mit all eurer darin ausgekramten,
nach dem Schweiß und der Studir⸗Lampe riechenden Katheder⸗ Wissenschaft und Staatsweisheit nur„leeres Stroh gedroschen“ hät⸗ tet! Was ist aus all euren reiflich berathenen, gehaltvoll motivir⸗ ien Anträgen und Beschlüssen, aus euren Partei- und Minister⸗
Programmen geworden? Sie sind verschollen, wie ein altes Mähr⸗ 7
chen, und die gepriesene Frucht eurer Studien und Diskussionen ist weiter Nichts, als, bedrucktes Papier, das euer College Jucho jetzt,„um damit aufzuräumen“ öffentlich an den Meistbietenden als „Reichs⸗Makulatur“ versteigert. O quae mutatio rerum!—— Doch freuet euch, ihr politischen Doctoren, die man schon als
Quacksalber verschrie, euer in Deutschland mißrathener Kaiserschnitt
ist post festum plötzlich jenseiis des Ozeans gerathen, euer Ruf
ist gerettet: laßt Tusch blasen und ochst euch Dankreden ein für kom
mende transatlantische Fackelzüge! Vom fernen Westen kommt die
erfreuliche Kunde, daß weni stens eines eurer paulskirchlichen Projekte, wenn auch außerhalb Deutschlands, zur unläugbaren That—⸗ sache geworden ist, und zwar das, was ihr am bittersten bewein⸗ tet, der Karser! Die Kaiserkrone, welche Friedrich Wilhelm in Berlin mit barbarischem Uebermuthe und absolutistischen Fußtritten 3 von sich wies, sie ist aufgenommen worden von dem Neger Sou⸗


