umher oder haben bereits ihre vormals geliebte Heimath mit Ame⸗ rika vertauscht,— die Pfalz hat Humor und macht sich Kurzweil bei dem Tanze. Ich kam von Mannheim, wo vor Kurzem der edle Trützschler als Opfer gefallen,— die Träuer im Herzen bereitete ich mich vor, meine Freunde in der Pfalz ob der herben Zeit zu troͤsten und siehe da, die ich trauernd wähnte, sie tanzen in bun⸗ 1. r Reihe.
Aber, stellte ich endlich die lange zurückgehaltene Frage, wie in aller Welt mögt ihr unter solchen Verhältnissen hier, hier in Kai⸗ serslautern Bälle veranstalten? Und leise, ganz leise mit scheuumher⸗ geworfenem Blicke erhielt ich die Antwort: Der Ball ist hier kom⸗ mändiet, vie Offiziere haben die Musik verschrieben, wir müfsen tanzen!
Nürnberg, 28. Sept. Die hier abgehaltene allgemeine Lehrerversammlung hat gestern in ihrer Aten Sitzung beschlossen, eine Verwahrung an das deutsche Volk ergehen zu lassen, ge⸗ gen, die Verdächtigung, welcher der Lehrerstand in neueren Zeiten vadurch ausgesetzt wird, daß die Reaction überall behauptet, die deutschen Lehrer gehen damit um, die Religion aus zden Schulen zu ver bannen. i
Hannover. Am 27. Sept. findet in Wien ein Sonderecon⸗ greß deutscher Minister statt. Hannover und Sachsen wer⸗ den denselben beschicken. Es steht also schlecht mit dem Dreikö⸗ i nigsbund e
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Magdeburg, 25. Sept. Wie an die Geistlichen aller Con⸗ fessionen, so erging auch an Uhlich, den Prediger unserer hiesigen „freien Gemeinde“, in diesen Tagen die Aufforderung Seitens der Regierung, für die Dauer der Kammern eine besondere Fürbitte um den göttlichen Segen und das Gedeihen ihrer Arbeiten in das allge⸗ meine Kerchengebet nach einer vorgeschriebenen Formel aufzunehmen. Dem Vernehmen nach ist weder die„freie Gemeinde“, noch ihr Geistlicher ge onnen, dem Verlangen der Regierung nachzukommen; theils weil sie sich sämmtlich aus den bekannten Gründen der letzten Wahl zur zweiten Kammer enthalten haben, diese Minoritäts-Kam⸗ mer als gar nicht rechtsgültig bestehend betrachten, also auch un⸗ möglich den Segen Gottes für ihr Wirken mit Aufrichtigkeit erfle⸗ hen könnten; theils die Aufnahme der gewünschten Formel auch gar nicht Platz finden ⸗könnie, da ein sogenanntes Kirchengebet bei dem Gottesdienste der freien Gemeinde gar nicht gehalten wird. Die Gemeinde hat daher beschlossen, die in Rede stehende Aufforderung der Regierung ad acta zu legen.(M. T.)
Wien, 24. Sept. Heute traf hier die wichtige Nachricht ein, daß die Pforte die Auslieferung der ungarischen Revolutionschefs (N. D. Z.)
definitiv verweigert habe.
Verantwortlicher Redakteur: Aug. Becker.
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Die Verlooßung und Zurückzahlung von
Bei der heute stattgefundenen planmä⸗ ßigen Verloosung wurden nachfol gende stadtische Obtigutionen au porteur zur Rückzahlung bestimmt;: 1 1. von den 3½ procentigen Anlehn die
Obligationen Lit. B. J 59. 101 und 116. 2 500. fl.
Lit. C. M 22, 75. 82. 105. 193.
203. 234. 288. 295. 302. 308. 340
und 353 5 a 100„ II. von den 4 procentigen Anlehn die Obligationen Lit C.% 93. 95 und 98. à 100„
Die Juhaber dieser Obligationen werden zur Empfangnahme ihrer Kapitalien mit dem Bemerken eingeladen, daß mit dem 31. Dezbr. die Verzinsung deselben auf⸗ hört.
Gießen,
walm“,
u 21 kr., man abon⸗
nicht aufhören, für das
24. Sept. 1849. Der Bürgermeister, G. Reiber.
Verpachtung von Waldgrund⸗
stuͤcken. Freitag den 12. d. M. Morges 10 Uhr
sollen auf hiesigem Rathhaus die im Dist⸗ rikt Heegstrauch Abtheilung Brand leih⸗ fällig gewordenen 27 Morgen 221 Klafter Waldgrundstücke in 24 Abtheilungen, so⸗ dann die in der Abtheilung Rodland gele⸗ genen 12 Morg. 224 Klftr. in 13 Abth. auf mehrere Jahre zur Benutzung als Ackerland öffentlich verpachtet werden.
Gießen, 1. Oct. 1849. g Der Bürgermeister G. Reiber.
zur gehörigen Rock⸗
r vorräthig.
i der Stadt Gießen.
Druck und Verlag bei C
Schild ia der Weidengasse


