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Das von dem rühmlichst bekannten Frankfurter Trai⸗ 5 Buerose gelieferte Mahl wies nachstehende Speisefolge au Ochsenschwanzsuppe Rheinsalm Mousselinesauce und Kartoffeln 1905er Wiltinger Kalbsrücken mit frischen Champignons
und gebackene Kartoffelröllchen
1904er Niersteiner Hipping, Wachstum Bürgermeister Balbach 1899er St. Julien
Straßburger Gänseleberpastete 1900er Ciebfrauenmilch Stiftswein Auslese
Hronzösische Masthühner Salat und Dunstobst Burgeff grün Riesen⸗Stangenspargel mit zerlassener Butter Rahmgefrorenes Käsestangen Maffee Dazu spielte die Kapelle unseres Regiments unter ihrem S Dirigenten Herrn Musikdirektor Krauße folgende Stücke:
Mupferberg Gold
1. Jubiläums⸗Marschch h' Hxauße 2 Fest⸗ Ouverture Leutner 3. Variationen über das Burschenlied„Wenn wir durch die Straßen ziehen“ Lux J. Steuermannslied und Malrosenchor aus der Oper„Der fliegende Holländer“ Wagner 5. Potpourri aus der Gperette 8 Ober⸗ steigen“. 5. Seller 6. Ballsirenen! Walzer. Lehär 7. Fahnen⸗Marsch aus der Zeit Landgraf Südwig Il! dear g Hauße 8. Serenata„„ m 9. Ernst Ludroig⸗ Gavotte„„ ne 10. Studentenlieder⸗ Potpourri. Hjääßner
Die Reihe der Trinksprüche eröffneten S. Mönigliche Hoheit mit einem begeistert aufgenommenen hoch auf Seine Majestät den Kaiser, das etwa folgenden Wortlaut hatte:
Verehrte Gäste! Es gibt ein Lied, das uns allen ans Herz gewachsen ist,„Deutschland, Deutschland über alles“, welches uns mahnt zur Treue zum Daterlande und zu unserem unermüdlich arbeitenden Kaiser. So fordere ich Sie auf, zum Seichen unserer Treue schwören wir ihm aufs neue: Seine Majestät der Kaiser hurra, hurra, hurra!
Es folgte Seine Magnifizenz der Rektor mit folgender Rede auf Seine Mönigliche Hoheit den Großherzog und das ganze Großherzogliche Haus:
Die Wissenschaft arbeitet zum Heile des Ganzen. Aber sie ist ein einsam Geschäft, ein Geschäft, das Einsamkeit ver⸗ langt und das einsam machen kann. Der Fürst eines Volkes, der einsam auf hoher Warte steht, dennoch vollführt er sein Amt mitten im Getriebe des Lebens, indem er die Mächte des Daseins abwägt und ausgleicht, indem er sie schirmt und schützt, indem er die Einsamkeit denen sichert, die einsam
sein wollen, einsam sein müssen. Und dennoch: unser er⸗ habener Fürst trägt in sich einen Geist, der dem unsrigen nahe verwandt, einen Geist, der ihn einsam
machen könnte, wenn er einsam sein wollte, sein dürfte, einen Geist, ganz frei und offen für die Dinge, ganz un⸗ befangen herantretend an die Fragen des Lebens, keinem Swang der Ueberlieferung, des gemeinen Glaubens nach⸗ gebend. Im höchsten Sinn ein Vertreter jener auf sich selbst gestellten Art, wie ich sie heute morgen schildern durfte. Aber er ist der unsre, nicht bloß kraft solcher Wahlverwandtschaft; er ist der unsre kraft seiner un⸗ mittelbaren Mitarbeit, die weiterführend, helfend einsetzt, wo wir zu versagen scheinen. Wir sind ja nicht bloß Forscher,
Und dies Erziehungswerk ist fast noch schwerer als das
sondern auch. Erzieher unsres Volkes.
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Werk der Forschung. Denn es geht nicht bloß auf das Erkennen, sondern auch auf das Wollen und— was am schwersten ist— auf das Empfinden. Die alte Forderung, daß Wahrheit und Schönheit verknüpft sei, sie ist wieder lebendig geworden, sie hat Kraft gewonnen auch in unsren Reihen. Heil uns, daß wir nicht mehr jene alten Gelehrten sind, für die die Anform Kennzeichen war, im Leben wie im Schreiben. Heil uns, daß in unsrer Jugend selber mehr und mehr der Boden sich bereitet für ästhetische Entfaltung, daß Bestr trebungen auftauchen zur Förderung einer Studenten⸗ Kunst, daß in den Dürerbünden wirksame Mächte erstanden sind. Doch allzu wenig ist es, was unser erziehendes Werk hier sein kann, und stärkere Mächte müssen an die Arbeit gehen. Was Seine Königliche Hoheit geschaffen hat für die deutsche Kunst, was er getan hat für das künst⸗ lerische Empfinden der Gegenwart, es steht für alle Seiten eingeschrieben in den Büchern, die von deutscher Kunst er⸗ zählen. Und wenn viele Namen längst vergangen sind, der Name Ernst Ludwig leuchtet unauslöschlich unter den Sternen des Sea
Neben ihm aber strahlt in mildem Glanze der Stern Eleonore, dessen Cieblichkeit und Zartheit anzuschauen wir nimmer müde werden. Und zwischen den beiden großen Sonnen, da leuchtet ein kleines Sternlein auf, der Stern der Zukunft, mit Jubel begrüßt von unserem Volke, unter dessen Leitung auch unsere Geschicke einst stehen werden.
Ich bitte Sie, mit mir zu rufen: Seine Königliche Hoheit Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein, Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin, das ganze Großherzog⸗ liche Haus, es lebe hoch, hoch, hoch!
An dritter Stelle feierte Seine Exzellenz Herr Staats⸗ minister Ewald auf die Universität Gießen.
Geheimer Kirchenrat Krüger begrüßte die Ehrengäste, in deren Namen Professor Himstedt dankte.
Professor een ein geborener Gießener, sprach auf die Stadt Gießen, Oberst von Lindenau feierte die Damen, Geheimrat Seeck(Greifswald) Se. Magnifizenz den Rektor, um den alle Universitäten heute Gießen beneiden.
Oberbürgermeister Mecum folgte mit einem Trinkspruch auf die akademische Jugend. 5
Beim Macht überreichten die Diener der Universität den Gästen die vom Staat gestiftete Plakette, ein vortreffliches Werk des aus Messels Schule hervorgegangenen Bildhauers Jobst. Die Vorderseite zeigt die wohlgetroffenen Züge Sr. Königlichen Hoheit, der dem Nünstler dazu gesessen hat, die Deutung der Rückseite gab Je. Exzellenz Herr Minister Braun vormittags in seiner Rede.
Die Mehrzahl der ee am Festmahl begab sich nun zu dem großen Fest im Philosophenwald, das schon seit 4 Uhr im vollen Garge war. Wir werden darüber morgen berichten.
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Theater.
Als ein besonderer Vorzug ward es allseitig dankbar empfunden, daß die glückliche Vollendung unseres schönen neuen Theaters es der Ludoviciana ermöglichte, den Gästen zu zeigen, was das Gemeinwesen, das die Universität be⸗ herbergt, aus eigener Kraft im Dienste der Kunst zu leisten vermag. Die prunkvollen, lichtdurchfluteten Räume füllten sich gegen ½9 Uhr mit einer lebhaft angeregten Gesell⸗ schaft; hier zum erstenmal im Derlauf des Festes hatten die Damen Gelegenheit, den vollen Glanz ihrer Toiletten zu entfalten. Die Großherzoglichen Herrschaften wurden von Sr. Magnifizenz dem Rektor empfangen und in die linke Proszeniumsloge geführt, wo auch der Rektor und seine Frau Gemahlin ihre Plätze hatten.
Die akademische Festouverture von Brahms, wohl die schönste Huldigung, die ein Großer im Keiche der Tonkunst dem Studententum dargebracht hat, eröffnete den Abend.


