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seine Berechnung und erklärt hierauf: Es ist wahr, ich habe mich arg geirrt, ich habe statt 5 pCt. Zinsen 99 pCt. berechnet; die verdammten 99 pCt. wollen mir gar nicht aus dem Kopfe.
Rechner zum Bauer: Sie haben zu be— zahlen 2 fl. 4 kr. Zinsen und 4 fl. 56 kr. Til⸗ gung, demnach zusammen 7 fl.
Bauer mit zufriedener Miene: Doas loß aich mer eher gefann, doas ers ganz richtig.—
Er bezahlt 7 fl. und entfernt sich. Auf der Treppe begegnet ihm ein Bekannter, welcher auch bei der Sparkasse Geschäfte abzumachen hat und zu diesem erklärte er: Hannes, drin setze zwa, däi hu's Polwer nitt erfunne, der Ahne rerchent se väil, der Anner se wink; der Contrallör wollt vo mer hawe 46 fl. 14 kr., der Rerchner nohts 7 fl., werklich hatt aich ze bezoan 8 fl., aich schwug awer stell unn hu däi 7 fl. bezoant. Der andere Bauer lachend:'s ers gaut, doß aich doas wahs, do will aich mer aach vom Rerchner mei Schold sesomme ziehe loasse.
Beide tiennen sich.
Auch eine Schlittenparthie oder Es wird nichts draus!
In einer deutschen Universitätsstadt ereignete sich bei dem von den Göttern selbst für eine Schlit— tenparthie wohl arrangirten Schneefall folgender komisch-tragische Fall. Einer des Deutschen ohn— mächtiger Herr— irren wir nicht— aus der französischen Schweiz, lud eines Tages ein junges Frauenzimmer zu einer Schlittenparthie ein. Doch hatte diese unglückseligerweise noch drei mittelalter— liche Schwestern, welche auch mitfahren wollten“). Als nun der Herr mit dem Schlitten erschien, siehe da, es kam nicht blos der langersehnte Laub— frosch, auch liebliches Eidechschen genannt, was allein das Vergnügen theilen sollte.— Die Haupt— sache des tragisch-komischen Drama's, daß auch, stellt euch mein Entsetzen für, Spinne, Unke, Wespe kamen. Allein was meint Ihr wohl, was aus der interessanten Parthie werden sollte? der Herr sagte:„Wie? Sie alle Viere? Hab ik doch blos geladen Eine und swar die Kleine, um zu aben mein Vergnügen, kann ik sie doch nicht alle vier Stuh⸗k auf einmal laden in mein Schlitten!
Kutscher ik fahr gar nitt!“ *) Erinnert stark an das bekannte Volkslied: Es war einmal ein kleiner Mann, he, Juchhe ꝛc.
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Zustände.
„O schwere Zeit der schweren Noth“ Hört man jetzunder klagen.
„Schon wieder ist das Laibchen Brod „Zwei Heller aufgeschlagen.“
Curiosen Gang nimmt jetzt die Welt, Die Noth macht Jeden bangen, Wenn's Firmament herunter fällt, Ist aller Spatz gefangen.
Die Gläubiger zerlaufen sich Die Stiefeln an den Sohlen; Die Schuldner beten innerlich: Der Teufel soll sie holen.
Was quietschet das Professorlein? Was speit es Feu'r und Flammen? Ach Gott! Der kleine Mann hat rein Noch kein Colleg beisammen.
Ein Doctor, dem's an Praxis fehlt, Hört Tritte auf den Stufen;
Schon schmunzelt er; doch weit gefehlt, Kein Kranker läßt ihn rufen.
Er ruft„herein“ mit froher Mien', Doch gleich d'rauf wieder fluchen; Es ist ja blos ein Freund, der ihn Ein Stündchen will besuchen.
Der Flaus im Buffet trinket zwar Noch seine Kaffee Tasse,
Doch zeigt uns deutlich sein Talar 's ist Manko in der Kasse.
Der Käsbereiter macht im Grimm. Ein paar Familienspässe, Zuruckgesendet hat man ihun
Die guten Tilienkäse.
Umsonst barg er die Käse faut
In quasi Abtrittsdeckel:
Die Zeit macht auch dem Leckermaul. Fromage de Brie zum Eckel.
Mit Wurstweck und dergleichen quält Vergebens sich Herr Ockel,
Und dem Laternenmännchen fehlt
Es gar an einem Rockel.
Es schmilzt der Musensöhne Kern
Im akademischen Lande,
Gar im Verzeichniß prangt mit Stern Der Cäsar von dem Brande.
Daß man den Liebig ziehen ließ, War auch ein schlimmer Handel, Zur Schau sich trägt, das ist gewiß, Nur noch ein Talmamantel.
Manch Studio fluchet seinem Loos
In Seiner Selbst Vertiefung:
„Das Holz geht aus, der Durst bricht los“, „Und nächstens ist die Prüfung.“


