Seine Arie, die uns lebhaft an den einst gefeierten, nun seligen Nardin i erinnerte, trug ganz den Ausdruck seines tiefen Gefühls, und waren be— sonders die Uebergänge geeignet, die zarten Saiten des Herzens leise anzuschlagen.— Schließlich müssen wir des Herrn Weppermann rühmend er⸗ wähnen, der uns im Alt-Baß einige jener wilden Negerweisen producirte, die nur für die Katarrh— acten ihres Vaterlandes gebaut zu sein scheinen, und der mit seinem volltönenden Gesange recht sinnig ein so unnachahmliches afrikanisches Zähne⸗ gefletsch zu verbinden wußte, wie wir es unsres Erinnerns nie mit größerem Geschicke wiederge— geben sahen.
Indem wir alle kunstliebenden Commilitonen auf die Leistungen dieses musikalischen Sängerklee— blatts aufmerksam machen, wünschen wir dem⸗ selben allersetts besten Erfolg.—
Selbstgespräch eines Schauspielers.
Borgen ist das Urgesetz der Natur! Der Fluß borgt von den Bächen, und das Meer borgt von den Flüssen. Die Wolken borgen von der Luft, und die Erde borgt von den Wolken. Der Mond borgt sein Licht von der Sonne, und die Nacht borgt ihr Licht von dem Monde. Der erste Mann ist von der Erde und das Weib ist aus der Seite des ersten Mannes geborgt. So be— ruht die ganze Natur auf wechselseitigem Credit. Warum sollte also der Mensch, das Ebenbild Gottes nicht den Credit in Anspruch nehmen? und wenn der gewaltige Strom sich nicht schämt von mächtigen Flüssen zu borgen, warum sollte ein magerer Schauspieler nicht von einem dicken Gast⸗ wirth borgen? Und wenn der lichtarme Mond niemals das erborgte Licht zurückbezahlt, weil er eben kein eigenes Licht besitzt, warum sollte ein armer Schauspieler seine Gläubiger bezahlen?— Das wäre gegen alle Naturgesetze— wäre wider— sinnig— unnatürlich— das wäre ein Bruch mit der Schöpfung.—
Was thut aber der Strom, wenn er zu viel von Bächen und Flüssen geborgt hat?— Er reißt aus!!—
Heilige Natur, du selbst gibst mir den Wink! Ich will es machen wie der Strom— ich will ausreißen!—
Kalbfleisch als Arznei!
Ein Mann hatte sich den Magen verdorben. Er ging fort einen Arzt aufzusuchen und nahm seinen Magen mit! Nachdem ihn der Arzt inspicirt hatte, rieth ihm derselbe zur Diät einiger Tage, und zwar nur etwas Suppe und allenfalls auch etwas Kalbfleisch zu genießen. Der Patient er— wiederte: aber gerade am Kalbfleisch habe ich mich so ruinirt! Nun, sagte der Arzt, dann wird man mit einer Klystiere zur Hand gehen müssen? Das thut's auch nicht, Herr Doctor, antwortete der Kranke, da hätte einer acht Tage an mir zu laberirn, ich will lieber Böses mit Bösem ver— treiben! Der Cours des Kalblleisches stieg sogleich wieder im Preise!
Ein kleiner aber schon mannhafter Apotheker— Gehülfe in einem Lichischen Landstädtchen sucht ein Klepperchen, d. h. ein Reitpferd arabischer Rage, weiblichen Geschlechts mit Tilburi zu kaufen, da ihm dies seine Mittel erlauben. Nähere Auskunft gibt's Laternemännche.
Schöner Vergleich.
Vater: Mathilde, geb' Dein Kamm, ich muß e mal die Gaiste kämme, die were mer sonst krindig.
Mathilde: Ne, ich gebb' mein Kamm nitt für die garstige Gaiste!
Vater: Warum dann nitt? die Gaiste sind vielleicht sauberer wie Du!
Amüsanter Zeitvertreib.
Ein nicht, mehr sehr junges Ehepaar allhier vertreibt sich Abends nach dem Essen damit die Zeit, daß es beim dummsten Zeug zu schwätzen sich abwechselnd Gesichter schneidet. Als sie eines Abends wider so recht in ihrem Esse sind, fängt die Frau an: Christian, mer wolle e mol seh, wer vo uns zwa beide's grüßte Maul hott? Und indem sie das Ihrige mit der äußersten An- strengung aufreißt, muß sie doch mit Widerwillen gestehen, daß des Gatten Schacht etwas ausge— dehnter ist.


