Kenntnisse genug, um diese Fragen beantworten zu können.
Aber wenn das Gesetz nicht unmittelbar ein⸗ greift, so werden diese Art Wucherer nur sehr selten der verdienten Strafe anheimfallen, da Die— jenigen, die unglücklich oder leichtsinnig genug sind, derartige Hülfe in Anspruch zu nehmen, nur in den seltesten Fällen dergl. Geschichten zur ge— richtlichen Verfolgung und Bestrafung zu bringen suchen. 5
Dem Einsender genügt es, einstweilen wenigstens eine solche Scheinheiligkeit an den Pranger der Oeffentlichkeit gestellt zu haben.
III. 5 Doch mit des Geschickes Mächten Ist kein ew'ger Bund zu flechten Schiller.
Es war eine kalte Winternacht.
Der Schnee lag mehrere Fuß hoch auf der Straße.
Nur Wasserstiefel konnten sich noch ohne Ge— fahr in's Freie wagen.
Von den Dächern stürzten von Zeit zu Zeit Schneelawinen, das Leben des einsamen Wande⸗ rers gefährdernd.
Die Säle des Gesellschaftshauses waren fest⸗ lich erleuchtet.
Der Antrag eines Corpsburschen, einen Studentenball zu halten, war auch in diesem Win⸗ ter, zum neuen Schrecken der Schildenser Schönen, die schon ob der dunklen Gerüchte über das Aus— treten aller Corpsstudenten aus dem Clubb in lebhafter Besorgniß schwebten, schon einmal im Senioren⸗Convent durchgefallen, bis es endlich den unermüdlichen Anstrengungen der ballfreundlichen Corpsburschen und der Privatüberredung eines Aceessisten gelang, den instinctiven Widerwillen der Uebrigen gegen den Ball überhaupt zu überwin— den und für besagten Antrag die Majorität zu erhalten. n
Schon lange vorher waren die Vorbereitungen für den Ball getroffen worden.
Candidaten mußten ihre weißen Westen her— leihen. Stiefelfüchse sah man mit dem für diesen
Abend entbehrlichen Gottfrieden in's Pfandhaus laufen und mit Fräcken wieder herauskommen. Mehr unbemittelte Studenten ließen sich von ihrem Schneider die Flügel ihrer Röcke umnähen, so daß man sie mit Hülfe einer verschönerten Phantasie auch für Fräcke halten konnte.
A
Wie viele schwarze Buxen verpumbte nicht an diesem Tage der jüdische Kleiderhändler K. 7
Putzmacherinnen, Wäscherinnen und Näthe⸗ rinnen hatten schon seit mehren Tage alle Hände voll zu thun; der Laden des M. H. wurde gar nicht leer.
Sch. beraubte sein Treibhaus seiner schönsten Blüthen, um Bonuquett'chen zu machen.
Ach, die schönsten Blumen sind doch immer die holden Damen selber.
Oppermann's Lockeneisen wurde an diesem Tage gar nicht kalt. 5
(Fortsetzung folgt.)
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Sonntag den—ten 1854 Vokal⸗Concert der Herren B. Werk vom Stadt⸗Theater zu Alsfeld und C. Schlankermann, Dilettant aus Gießen, unter gefälliger Mitwirkung des Herrn S. Wepper⸗ mann von Maschinenbach im Saale des Herrn Gastwirths H. R. Mann dahier.
I.„Ich bin vom Ortenberg der Hirten— knab,“ durchkomponirt, gesungen von C. Schlankermann. 5
II. Ouverture aus„Maurer und Schlosser“: „An Schlosser hot an Gesellen g'hatt,“ gesungen von demselben.
Arie aus den Zigeunern:„Fern im Süd ꝛc. ꝛc.“, gesungen von B. Werk. VI.„Ich bin der treue Paladin,“ neues Lied von Michel Rellstab, gesungen von dem selben.
V. Cyklus von Negerliedern, nach dem Ur⸗ text gesungen von S. Weppermann.
Wer, wie wir, schon mehreremal Gelegenheit hatte, den Leistungen der genannten Herren ein aufmerksames Ohr zu leihen, der wird mit uns übereinstimmen, wenn wir ihnen unsre volle Be— wunderung nicht versagen können. Namentlich ge— fiel Herrn Schlankermanns volles und reiches Organ und glauben wir im Interesse der Kunst den Wunsch aussprechen zu müssen, daß sich dieser würdige Jünger ohne Weitres auf den Brettern versuchen möge, wofür wir ihm ein entschieden günstiges Prognostikon stellen.“— Bei Herrn Werk ist die meisterhafte Schule nicht zu verkennen, die ihn zwar bis jetzt nur zum Subaltern-Cory⸗ phäen stempelte, doch dürfte auch ihn der Reich⸗ thum seiner Stimmmittel unstreitig zu ehrenvoller Mitwirkung auf einer größren Bühne berechtigen.
III.


