Ausgabe 
9.12.1917
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Aber laß mrch dich fragen, du teures Mutter- qerz, du lieber Hausvater: Wenn denn auch viel- leicht nach außen hin alles geordnet und sauber in deiner Familie zugeht, lernen deine Kinder wirklich nur Gutes von dir? Gibt's da keine häßlichen Worte, welche die jungen Ohren auffangen und die Lippen nur allzu gelehrig nachsprechen? Frönst du keinen Übeln Angewohnheiten, die sich auf deine Kinder übertragen? Findet da die Notlüge und die Gesellschaftslüge keine Stait in deinem Hause? Halst du dich vor Hefiigkeit und Ungeduld in Zucht? Sprichst du in Gegenwart deiner Kinder nicht über Nachbarn und Dienstboten? Findet der Klatsch keinen Eingang in dein Haus? Ihr Eltern, zankt ihr euch nie in Gegenwart der Kinder? Macht ihr es euren Hausgenossen, Verwandten, Freunden möglich, in allen Dingen und allen Lebenslagen zu euch aufzu­schauen als zu Leuten,deren Wandel man Nach­folgen kann"?

Bitte, schlagt in eurer Bibel einmal die Ge- schichte auf vom reichen Manne (Luk. l6, 1931) und sagt mir, was wohl, als er in der Hölle saß, den Gedanken in ihm weckte, seine fünf Brüder warnen zu lassen, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kämen? Es war der Rückblick auf den schlechten Einfluß, den er bei Lebzeiten durch seine krasse Selbstsucht und seine nur auf Wohl- leben gerichtete Diesseitsgesiunung auf sie ausgeübt hatte! Das fügte seiner Höllenqual noch diese pei­nigende Gewissensnot hinzu.

O lieber Leser, laß dir sagen, daß minütlich ein Einfluß auf deine Mitmenschen von dir ausgeht. Auch wenn du kein Wort sprichst. Auch wenn du kein Glied bewegst. Und dieser Einfluß, dieser Geist, der von dir ausgeht, hebt entweder zu Gott empor oder zieht hernieder zur Hölle.

Und jetzt frage ich dich: Kannst du bei diesem Gedanken und angesichts dieser großen Verantwortung gleichgültig bleiben? Weckt sie nicht den heißen Wunsch in dir, daß doch niemand dich dereinst vor Gott verklagen möchte, daß doch niemand durch dich straucheln und ins Verderben geraten möchte? O, sagst du, ich will mich bessern, ich will meine Fehler oblegen. Doch bei deinem Bessern wirst du entdecken, daß dein Bemühen vergeblich ist. -

Dazu bedarf's ganz allein der . hohen und starken Hand" deines Gottes, geofsenbart in Seinem eingeborenen Sohne Jesus Christus.Ist jemand in Ihm, so ist er eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen. Siehe, es ist alles neu geworden."

Darumkomm zu Ihm mit deinen Lasten"! Tr ist gekommen, zu rufen die Sünder zur Buße, und nicht die Gerechteul Damit deckt Er den inner­sten Grund deiner Krankheit und deiner Schwäche auf: die Sünde!

Deine Sünde scheidet dich von deinem Gott. (Jes. 59, 2.) Indem sie das tut, verbaut sie dir den Weg zur Kraftquelle, zum Frieden, zu einem Wandel

im Lichte und in der Wahrheit. Und damit zieht sie auch deinen Einfluß auf deine Angehörigen und Mitmenschen herab in ihre finsteren Schatten, daß du ihnen zu einem blinden Blindenleiter wirst.

Willst du andere zum Lichte führen, so komm erst selber ans Licht!

Ans Licht mit deiner Sünde, mit deiner Selbst­sucht, deiner Eitelkeit, deinem Eigenleben, deinen, ungebrochenen Willen, deinen häßlichen Gedanken, mit der Lieblosigkeit deines stolzen Herzens. Mit dem allen geh zu Jesu und sage Ihm:O HErr, wirf das alles ins Meer Deiner Barmherzigkeit! Vergib mir meine Sünde, Du großer Arzt, und mache mich zu einem Menschen, in dessen Herze» Du Wohnung machen kannst!"

Und Er, der da zugesagk hat:So ihr Mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will Ich Mich von euch finden lassen" (3er. 19, 13. 14), wird es tun. Er wird aus dir einen Menschen des Segens machen für dich und andere. M. M. M.

&

Won der Köye yinaö.

Sechs Monarchen, die sich durch England und Frankreich in de» Krieg reißen ließen, sind heimatlos geworden. Am tiefsten aber fiel der Zar von Ruß­land, weil er am höchsten stand. Nikolaus II. hatte eine Macht, wie nur wenige Herrscher der Erde. Er hat sie nicht zu handhaben geivußt und ist nun ei» toter Mann. Die Bundesgenossen schoben ihn bei­seite, ehe er die Krone niederlegte, und sein eigenes Volk zwang ihn, auf den Thron zu verzichten, de» sein Geschlecht, über vierhundert Jahre inne hatte

Im Blicke auf die Umwälzungen und alle Er­eignisse, die sich abspielen, wollen wir uns daran erinnern lassen, daß der allmächtige Gott die Welt regiert, die Geschichte der Völker und ihre Geschicke lenkt. Er sitzt im Regiment und wendet die Ge­danken der Völker. Wir können deshalb den Spuren der Weisheit und Gerechtigkeit Gottes nachgehen, wie sie sich in den Schicksalen der Menschen und Völker, in der Anweisung ihrer Wohnsitze wie in der Blüte und dem Zerfall ihrer Reiche offenbaren. Daraus wollen wir endlich lernen, daß die Menschen den HErrn suchen sollen, ob sie Ihn fühlen und finden möchten. Er ist für jeden erreichbar, denn in Ihm leben, weben und sind wir. Die Zeiten der Unwissenheit hat Gott in Gnaden übersehen Jetzt aber fordert Er von allen, daß sic anderen Sinnes werden. Hat Er doch eine» allgemeinen Gerichtstag und auch den Richter aller bestimmt. An jenem Tage, der gewißlich kommt, wird nur bestehen, wer an Jesum glaubt, de» Gott nach seinem Erlöscrtode rm Kreuze durcb Auferweckung und Erhöhung als den einigen Mittler des Heils beglaubigt hat und nun durch die Predigt