Ausgabe 
9.12.1917
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Aufwärts!

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Erscheint wöchentlich einmal, kiozelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich

Verlag der Buchbandluna der Pilaermission Liehen.

Redakteur.- Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeit»! Pfarrer Sperber-Cassel, und die Prediger der Pilgermi'sioK Druck von I G. Dncken Nachfolger, G. m. b. H., Kassel.

Nr. 49/50.

Sonntag, den 9. Dezember 1917.

10. Jahrg.

nd o ner üljlenl>ewoyner.

Die Kulturhvhe eines Volkes ist mit Sicherheit an der Lebensführung seiner untersten -Schichten zu bemessen.

Unter wel- chenVerhält Nissen Hun- derttausende der ärmsten Armen Lvn- dvns Hansen und leben, spottet ge­radezu jeder Beschrei bung. Die ungefegten Straßen der Slums",

>vieder besser­situierte Lon­doner diese Viertel nennt, sind mit einer dicken DecU von Staub,

Schmutz,

Zeitungs- setze», Abfall und Unrat aller Art be- deckt.

In den verschmutztenWohnungen" kommt eS u°r, daß bis zu fünf Personen in einem Bette schlafen. Daß neben den sittlichen Schäden auch die Gesundheit dieser Bewohner schwer leidet, ist selbst­verständlich.

Groß und klein starrt denn auch von Schmutz. Viele weiblich- T'u.'i.'rii'i'::: sich/ man am hellichten Tage

durch die Stlraßen taunielii. Hunderte von Familie» werden aus diese Weise allmählich zerrüttet. Es ist gar nichts Auffälliges, daß eine Mutter bis Mitter­nacht trinkt,, während ihre Kinder, die nach dem Gesetz nicht mit ins Wirtshaus genommen werde»

dürfen, ein­fach solange draußen war- ten und frie­ren Wird um 12 Uhr dieBasch ge­schlossen, sr haben diese Kinder oft die traurige Pflicht, die betrunkene Mutter nach Haufe zu führen Nicht wahr, uns schaudert es vor diese» kurzen Mo- mentbildern aus dem Le­ben solcher Frauen und Mütter, sol­cher arme» und bekla- genswerten Kinder?!

Und mancher von uns ist angesichts dieser Zu­stände geneigt, mit den Worten des Pharisäers aus- zurusen!Ich danke Dir, Gott, daß ich nicht bin wie diese Leute!"

Ja, freilich, wer das in dieser Beziehung der Wahrheit gemäß von sich sagen kann, hat Grund, dafür dankbar zu sein.